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Aufsteiger setzt Ausrufezeichen im Derby/Homberg siegt knapp zum Auftakt
MTV überrollt die Wölfe

Aufsteiger setzt Ausrufezeichen im Derby/Homberg siegt knapp zum Auftakt: MTV überrollt die Wölfe
Nils Kruse zeigte auf der Mitte eine starke Leistung. Davon profitierte auch Kreisläufer Dennis Backhaus, der von Sebastian Schneider & Co. nur selten zu stoppen war. FOTO: Volker Nagraszus
Niederrhein. Aufsteiger MTV Rheinwacht Dinslaken hat zum Saisonstart-Derby in der Handball-Regionalliga schwache Wölfe mit 37:28 auseinander genommen. Einen guten Start durfte auch der VfB Homberg feiern, der sein Saisondebut bei der HSG Siebengebirge am Ende knapp mit 27:26 gewann.  Von Steffen Penzel

Alex Tesch ist seit Beginn dieser Saison Trainer der Regionalliga-Handballer des HC Wölfe Nordrhein. In der vergangenen Saison stand er für die Wölfe noch auf dem Parkett. Seine Hauptaufgabe damals: Als kompromissloser, hart zupackender zentraler Abwehrmann den Deckungsverband der Wölfe zusammen halten. Umso mehr dürfte ihn daher geschmerzt haben, was die zahn- und harmlose Wölfe-Deckung im ersten Saisonspiel der Regionalliga Nordrhein da aufs Parkett gebracht hat. Zu Gast an der Krefelder Straße war der MTV Rheinwacht Dinslaken. In der vergangenen Saison aus der Oberliga aufgestiegen, kam der Lokalrivale mit breiter Brust nach Rheinhausen. "Nach dem, was wir von den Wölfen in der Vorbereitung gesehen haben, haben wir schon drauf spekuliert, hier was zu holen", gab Gästetrainer Harald Jakobs nach der Partie, die mit 37:28 an den MTV ging, gut gelaunt zu Protokoll. Nicht so wirklich gut gelaunt war sein Gegenüber. "Wer zuhause 28 Tore wirft, muss das Spiel eigentlich gewinnen. Aber wir waren in der Deckung immer diesen einen Schritt zu spät, haben nicht den absoluten Kontakt gesucht und waren nicht richtig an der Wurfhand der Gegenspieler dran", analysierte Alex Tesch nach der Klatsche ganz sachlich.

 Und so war es auch tatsächlich. Der MTV-Rückraum, angeführt vom bärenstark aufspielenden Max Reede, nutzte das zögerliche Deckungsverhalten der Wölfe gnadenlos aus und kam so immer wieder zu einfachen Rückraumtoren. Und wenn der Duisburger Deckungsverbund doch mal konsequent rauskam, öffneten sich die Räume für Kreisläufer Dennis Backhaus, der, damals zu Zweitligazeiten selber mal für den OSC an der Krefelder Straße am Ball, die Lücken gnadenlos nutzte. Und weil auch Nils Kruse in der Rückraum-Mitte und Philipp Tuda plus die beiden Außen Luca D‘Auria und Steffen Hahn eine starke Partie zeigten, wirkten die Hausherren mit zunehmender Spieldauer schlicht und  ergreifend überfordert. "Ab etwa der 15. Minute haben wir uns Schritt für Schritt über eine starke Abwehr abgesetzt", freute sich Harald Jakobs. Dass sich die Klatsche sogar noch in Grenzen hielt, lag daran, dass Jakobs am Ende munter durchwechselte und die Gäste es zum Schluss locker angehen ließen. Aber: Wann immer Jakobs wechselte, fügten sich die Neuen gut ins System ein. Fabian Gorris in der Mitte macht das MTV-Spiel zunehmend unberechenbarer. Und dass der leicht angeschlagene Christoph Enders ein starker Kreisläufer und mehr als nur eine Vertretung für Backhaus ist, wurde auch wieder deutlich.

Für die Wölfe steht am Samstag eine weitere harte Bewährungsprobe an. Die Tesch-Truppe muss am um 18 Uhr beim hohen Ligafavoriten SG Ratingen ran. Die Ratinger haben beim klaren 31:25-Auswärtssieg bei den ebenfalls hoch gehandelten Korschenbroichern ein erstes Ausrufezeichen gesetzt. "Ratingen ist der haushohe Favorit in der Liga. Das wird das einfachste Spiel der Saison für uns", meint Tesch. Harald Jakobs und seine Truppe haben am Sonntag, 11.15 Uhr, den TV Rheinbach daheim in der Douvermannhalle zu Gast. "Das ist eine Truppe, die einen ganz erfahrenden Trainer hat und immer für ein paar Überraschungen gut ist. Dazu kommt, dass wir uns ja auch in der Oberliga bei unseren Heimspielen immer etwas schwer getan haben", warnt er vor dem "auf dem Papier" vielleicht leichten Gegner.

Gut in die Liga ist auch der VfB Homberg gestartet. Die Mannschaft von Trainer Achim Schürmann erkämpfte sich bei der HSG Siebengebirge einen 27:26-Auswärtssieg. Sein Team, so Schürmann, "startete von Anfang an hellwach und mit einer starken Abwehrleistung" ins Spiel. Julian Seemann war der große Rückhalt zwischen den Pfosten. Zwischenzeitlich führten die Homberger in der gut besuchten und lauten HSG-Halle sogar mit sechs Treffern, macht es dann aber zum Ende der Partie nochmal spannend. Auch wenn man sich das Leben am Ende unnötig schwer gemacht habe, war Schürmann nach Abpfiff voll des Lobes: "Ein toller Auftritt vor guter Kulisse. So kann und darf es weitergehen." Weiter geht es für den VfB am Samstagabend, wenn Tusem Essen II um 19.30 Uhr in der Glückauf-Halle zu Gast ist.