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Spitzenhandball am Niederrhein im Überblick
MTV mit Machtdemonstration

Spitzenhandball am Niederrhein im Überblick: MTV mit Machtdemonstration
Dennis Backhaus war in Rheinbach gleich acht Mal für den MTV Rheinwacht vom Kreis erfolgreich. FOTO: Volker Nagraszus
Niederrhein. Handball: Der MTV Rheinwacht Dinslaken siegt mit 30:20 in Rheinbach und behauptet in der Regionalliga eindrucksvoll den Platz an der Spitze. Während die Wölfe knapp und unglücklich mit 19:20 gegen das Spitzenteam aus Ratingen verlieren, holt der VfB Homberg einen wichtigen Punkt in Essen. In der 2. Liga verlieren die Frauen des TuS Lintfort in Mainz deutlich. Von Steffen Penzel

Mit einer eindrucksvollen Machtdemonstration hat der MTV Rheinwacht Dinslaken seinen Spitzenplatz in der Handball-Regionalliga verteidigt. Dass es der abstiegsbedrohte TV Rheinbach vor den eigenen Fans ganz gut hinbekommt, haben in dieser Saison bereits der TV Aldekerk und die SG Ratingen spüren müssen. Beide Teams mussten die Heimreise aus Rheinbach ohne Punkte im Gepäck antreten. Nicht so der MTV Rheinwacht, der den Rheinischen am Samstagabend beim souveränen 30:20-Auswärtssieg keine Chance ließ. Der eigentlich immer überragend aufspielende Rheinbacher Regisseur Rene Lönebach fand gegen die massive MTV-Deckung um Robert Jakobs und Dennis Backhaus im Mittelblock gar kein Mittel. "Unsere Abwehr hat das Spiel dominiert", freute sich MTV-Coach Harald Jakobs nach der Partie. Und weil vorne im Angriff Backhaus (acht Tore) am Kreis, Max Reede (sieben Tore) im linken Rückraum und Luca d'Auria (sechs Tore) auf Linksaußen einen Sahnetag erwischten, war der Auswärtssieg zu keinem Zeitpunkt in Gefahr. "Das war eine überragende Leistung meiner Mannschaft", gab es uneingeschränktes Lob vom MTV-Übungsleiter für seine Jungs. Der MTV führt die Liga weiter mit einem Punkt Vorsprung vor dem TuS Opladen an. Am kommenden Sonntag, 11.15 Uhr, ist BTB Aachen zu Gast in der Douvermannhalle.

Gar nicht unzufrieden war auch Achim Schürmann, Trainer des VfB Homberg, nach dem Gastspiel seiner Mannschaft bei der starken Reserve von TuSEM Essen. An der altehrwürdigen Margarethenhöhe in Essen entführte der VfB beim 26:26 einen Punkt. Und auch wenn der mit elf Toren überragende Mirko Szymanowicz mit seinem Tor kurz vor Schluss den so wichtigen Punkt sicherte - es hätten sogar zwei Punkte sein können, fand der Coach der Duisburger: "Es wäre noch viel mehr für uns drin gewesen. Wir haben Essen Ende der ersten Halbzeit aufgrund vieler technischer Fehler selber wieder ins Spiel gebracht." 7:2 führten die Gäste bereits, ehe die Konzentration beim VfB nachließ und die Hausherren bis zur Halbzeit die Partie beim 10:9 wieder gedreht hatten. Für den Tabellenzehnten ist der Zähler in Sachen Klassenerhalt trotzdem viel wert. "Wir sammeln jetzt wieder wie die Eichhörnchen die Punkte", so Schürmann, der mit seiner Truppe am kommenden Sonntag, 16 Uhr, den TV Korschenbroich empfängt.

Eine ganz bittere Niederlage mussten die Wölfe Nordrhein vor den eigenen Fans verkraften. Bei der 19:20-Pleite hatte die Mannschaft von Trainer Alex Tesch, der sich wieder das Trikot überstreifte und auf der Platte mithalf, den großen Ligafavoriten, wie schon im Hinspiel, am Rande der Niederlage. Das letzte Tor der Gäste erzielte Christian Mergner zum 20:17 vier Minuten vor Schluss. Da schien die Partie gelaufen, doch die beiden Wölfe Yannick Kamp und Hannes Hombrink brachten die Hausherren bis auf einen Treffer ran. Mit dem letzten Angriff hatten die Wölfe sogar noch die Chance auf ein Remis - doch Tesch & Co. brachten den Ball nicht am erneut starken Angelov im Ratinger Kasten vorbei. Durch die Niederlage stecken die Wölfe weiter im Tabellenkeller fest. Die Leistung macht jedoch Mut für die kommenden Aufgaben, Samstagabend geht's nach Köln-Wahn, und das Projekt Klassenerhalt.

Genau den haben auch die Handballerinnen des TuS Lintfort im Visier. In der 2. Bundesliga kämpft die Mannschaft von Trainerin Bettina Grenz-Klein um den Verbleib. Beim 26:35 in Mainz waren die Lintforterinnen aber chancenlos. Der Tabellenvierte diktierte das Geschehen nach Belieben. Ohne Rückraumspielerin Annefleur Bruggemann, die für Leverkusen in der 1. Liga im Einsatz war, und die erkrankte Kreisläuferin Tatjana van den Broek war für die Gäste beim Spitzenteam in der Pfalz nichts zu holen. "Das war eine klare Demonstration, dass mehr Aufwand auch mehr Ertrag bringt", analysierte Grenz-Klein nach der klaren Niederlage. "Mainz trainiert doppelt so oft wie wir, das hat man dann auch deutlich gesehen". Lintfort startete durchaus ansprechend und hielt zunächst bis zum 2:3 mit. Danach setzten sich die Gastgeberinnen aber schnell auf 8:3 ab und für die Gäste, die als Tabellen-13. im Abstiegskampf stecken, ging es nur noch darum, den Rückstand in Grenzen zu halten. Am kommenden Samstag, 17.30 Uhr, empfangen die Lintforterinnen mit der HL Buchholz-Rosengarten den aktuellen Tabellenführer an der Eyller Straße.

(Niederrhein Verlag GmbH)