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Legenden-Treff in Dortmund

Legenden-Treff in Dortmund
Adnan G. Köse erklärtdie nächste Filmeinstellung, Olaf Thon, Thorsten Ippendorf und Ennatz Dietz hören aufmerksam zu. FOTO: Penzel
Dortmund. Gemeinsam mit seinen alten Weggefährten Horst Hrubesch, Olaf Thon und Werner Hansch stand MSV-Legende Bernard "Ennatz" Dietz vergangene Woche im Deutschen Fußballmuseum in Dortmund vor der Kamera - und wir waren auch dabei. Von Steffen Penzel

Da, wo Manuel Neuer und Bastian Schweinsteiger auf ihrer Triumph-Fahrt durch Berlin nach dem WM-Titelgewinn 2014 saßen, sitzen nun Horst Hrubesch und Ennatz Dietz. Der Original-WM-Bus ist mittlerweile im Deutschen Fußballmuseum in Dortmund geparkt. Und hier wird heute gedreht - und zwar für die Verfilmung des Lebens der MSV-Ikone Bernard "Ennatz" Dietz. Dafür haben "Ennatz - eine Zebralegende"-Regisseur Adnan G. Köse und Thorsten Ippendorf ein paar alte Freunde und Wegbegleiter von Ennatz organisiert. Einer davon ist Horst Hrubesch, mit dem Dietz 1980 gemeinsam Europameister wurde. Gerade wird Szene 12 abgedreht - und das ist im engen Bus keine so einfache Übung.

Mikrofone und Licht müssen perfekt ausgerichtet werden - da sind akrobatische Talente bei den Licht- und Tonleuten am Set gefragt. Das DFB-Urgestein Horst Hrubesch bringt so leicht nichts aus der Ruhe - auch keine Funksignalübertragungs- oder Tonprobleme. Die Pausen nutzen die beiden Europameister einfach für ein Schwätzchen unter Freunden. "Angeln in Norwegen oder in Island - das kann ich dir wirklich ans Herz legen", gibt es Tipps vom passionierten Angler Hrubesch. Und, da sind sich beide einig, "das mit diesen Konzepttrainern könnte auf Dauer problematisch werden." Dann geht's weiter. "Ruhe bitte, wir drehen", gibt Köse das Kommando. Seelenruhig erzählt Hrubesch über die Perspektive der DFB-Elf, die Chancen bei der WM in Russland, die Nachwuchsarbeit im Verband und zählt Dinge auf, wo es seiner Meinung nach Verbesserungsbedarf gibt. Eine Bank weiter hockt Bernard Dietz und lauscht - das Gespräch der beiden untereinander ist bereits abgedreht. Mittendrin dann ein lautes "Cut" vom Chef am Set. "Was ist los, Thorsten?", nimmt Köse per Walkie-Talkie Kontakt zu seinem Tonmann auf, der draußen vor dem Bus am Mischpult sitzt. "Der Ton ist weg", verkündet Thorsten. Also wieder warten bis das Signal zurück ist - und man bekommt ein Gespür dafür, wie viel Arbeit es ist, selbst kleinere Szenen perfekt in den Kasten zu bekommen.

Ein paar Meter weiter sitzt Olaf Thon im "Raum der Europameister" und daddelt gedankenverloren auf seinem Handy. Kaum sind Hrubesch und Dietz da, wird gelacht, gemeinsame Fotos geschossen und natürlich gefachsimpelt. Zum Beispiel über das legendäre 6:6 zwischen Bayern und Schalke 1984, als Dietz und Thon gemeinsam im Schalker Kader standen. "Wenn wir einen Torwart im Kasten gehabt hätten, hätten wir gewonnen", flachst Ennatz in Richtung Thon, der sich ein breites Grinsen nicht verkneifen kann. "Lass das mal nicht den Walter Junghans hören."

Dann geht's weiter in den 1. Stock des Fußballmuseums - Olaf Thon ist an der Reihe. Kaum draußen, wird die S04-Legende umringt. Gesamtschüler aus Gelsenkirchen reiben sich verdutzt die Augen - und wollen Selfies, Gruppenfotos, Autogramme. Alles kein Problem für Voll-Profi Thon, der den Rummel um seine Person zu genießen scheint und lächelnd Autogramme am laufenden Meter schreibt. "Kinder, wir müssen weiter machen", verkündet Adnan Köse. Also, weiter geht's - schließlich muss der Film bis zum 22. März, Dietz' 70. Geburtstag, fertig sein...

(Niederrhein Verlag GmbH)