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Gold für Duisburg

Gold für Duisburg
Kugelstoß-Weltmeisterin Frederike Koleiski von Eintracht Duisburg holte Gold in London. FOTO: Beautiful Sports, Axel Kohring
London/Duisburg (tw). Frederike Koleiski gelang die Riesenüberraschung bei der Para-WM in London: Gold im Kugelstoßen!

Erst im letzten Versuch gelang der Athletin von Eintracht Duisburg mit 11,53 Metern eine neue Bestleistung, mit der sie die beiden vor ihr liegenden Konkurrentinnen aus China von der Spitze verdrängte – Gold! Schon im Diskuswurf hatte Frederike Koleiski mit 32,69 Metern eine neue Bestweite geschafft, die nur leider nicht ganz für einen Platz auf dem Podium reichte – Platz vier.

Frederike Koleiski absolviert zurzeit beim Behinderten- und Rehabilitationssportverband Nordrhein-Westfalen (BRSNW) in Duisburg eine Ausbildung. Der BRSNW konnte sich insgesamt über 15 Medaillen und sieben Weltmeistertitel bei den Para-Leichtathletik-Weltmeisterschaften in London freuen. Überragender Mann vom BRSNW war Johannes Floors von Bayer Leverkusen, der über 200 und 400 Meter sowie mit der Viermal-100-Meter-Staffel gleich dreimal Weltmeister wurde und über 100 Meter außerdem noch zu Silber rannte.

Bereits 2015 bei den Para-Weltmeisterschaften in Doha hatte Frederike Koleiski Bronze im Kugelstoßen geholt. Ihren ersten Titel holte sie als 15-Jährige beim Weseler TV, als sie Nordrhein-Meisterin im Kugelstoßen und in den Bundeskader berufen wurde. Ab 2009 konnte sie dann wegen Rückenproblemen an keinen weiteren Wettbewerben teilnehmen; zwei Jahre später wurde bei ihr eine Autoimmunerkrankung der Nerven aus dem Bereich der Polyneuropathie festgestellt. Trotz aufwendiger Behandlung ist ihr rechter Fuß gelähmt. 2013 wandte sie sich trotzdem wieder dem Sport zu und wurde Kindertrainerin bei Eintracht Duisburg. Bei den Paralympics, wo Kugelstoßen nicht ausgetragen wird, in Rio 2016 wurde sie – wie jetzt in London – Vierte im Diskuswurf.

(Niederrhein Verlag GmbH)