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Duisburger Karate-Nachwuchs räumt bei WM groß ab
Erfolgreiche Goldmission

Duisburger Karate-Nachwuchs räumt bei WM groß ab: Erfolgreiche Goldmission
Samira Kindermann, Sifu Kim Samonte, Coach Denis Oliwka und Leon Polenz. FOTO: privat
Duisburg. Mit gleich vier Goldmedaillen sind Samira Kindermann und Leon Polenz von der WKU Kickbox- und Karate-Weltmeisterschaft in Irland zurückgekehrt. Samira gewann alle ihre drei Wettbewerbe (Freestyle sowie Pointfighting Einzel und Team); Leon holte Gold mit der Mannschaft und musste sich im Einzelwettbewerb vorzeitig verabschieden. Von Steffen Penzel

Samira Kindermann strahlt auch Tage nach der Rückkehr aus Irland über beide Ohren. Die aufregende Zeit vor und während der Wettkämpfe, das Gefühl, gleich drei Mal ganz oben auf dem Treppchen gestanden zu haben, und der tolle Empfang, den ihr ihre Vereinskameraden vom Team Samonte in Duisburg bereitet haben, steht ihr noch ins Gesicht geschrieben. "Das war so spannend und hat richtig Spaß gemacht", lacht der junge Schützling von Trainerin Kim Samonte, die natürlich mächtig stolz auf ihre Schülerin war. "Sie hat das richtig gut gemacht." Und das, obwohl die Aufregung bei ihrer WM-Premiere riesig gewesen sei. "Sie hat den ganzen Trubel gut verpackt und wider Erwarten keine Nerven gezeigt. Man hat in ihren ruhigen Augen gesehen, wie konzentriert und sachlich sie war. Das ist immer ein gutes Zeichen." Die erste große Ehre wurde ihr gleich zu Beginn der Weltmeisterschaft zuteil. Die Neunjährige durfte die Wettkämpfe mit einem eröffnen. "Das war schon eine große Ehre und sehr aufregend für uns alle. Schließlich saßen über 4000 Menschen in der Halle und zigtausenden Zuschauer vor dem Livestream an ihren Rechnern", berichtet Kim Samonte. Erfahren hatte Samonte das schon früh, ihrem Schützling aber erst kurz vor der Show Bescheid gegeben. Und Samira? Die hat sich nicht beirren lassen. "Das war richtig cool. Ich hab meine Sache einfach durchgezogen", strahlt sie. Gar nicht so entspannt war ihre Mutter Nadine während der Wettkämpfe. Gerade als es im Halbfinale für Samira eng wurde. "Ich habe bei jedem Punkt mitgezittert. Am Ende war ich aber natürlich nur noch stolz. Die Gegner waren alle stark und es hätte ja auch jeden Moment vorbei sein können."

Davon kann Leon Polenz ein Lied singen. Der 17-Jährige hatte sich für Irland viel vorgenommen. Aber im Einzelwettbewerb war bereits in der Vorrunde Schluss. Im Pointfighting gilt es, mit Hand- und Fußtechniken definierte Punkte zu erzielen. "Leider sind den Schiedsrichtern aber einige Treffer von Leon durchgegangen", erzählte André Polenz, der seinen Sohn nach Irland begleitete. Besser lief es dann im Teamwettbewerb der Junioren, in dem Team Deutschland mit Leon Gegner Wales im Finale mit über 20 Punkten Vorsprung deutlich besiegte. Und so reiste Leon mit einer "Mischung aus Stolz und Enttäuschung" aus Irland ab. Zuhause angekommen, lag er krank flach. "Da ist viel von ihm abgefallen", so sein Vater. Seine Zukunft sieht Leon Polenz im Vollkontakt. Da gebe es weniger Spielraum für Referee-Entscheidungen. "Leon ist schon seit Monaten im Thaibox-Training. Die WM hat er noch mitgenommen, aber jetzt greift er im Vollkontakt an."

(Niederrhein Verlag GmbH)