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Das nächste Ausrufezeichen

Das nächste Ausrufezeichen
Don Singh Toor, hier im Derby gegen den MTV, erzielte für seine Wölfe in Ratingen acht Tore - gereicht hat’s trotzdem nicht. FOTO: nagr_
Niederrhein. Handball: Regionalliga-Aufsteiger MTV Rheinwacht gewinnt auch sein zweites Spiel in der neuen Liga. VfB Homberg und Wölfe Nordrhein kassieren Niederlagen. Die Zweitliga-Frauen vom TuS Lintfort schlagen den großen Favoriten Mainz im ersten Heimspiel der Saison. Von Steffen Penzel

Harald Jakobs war geschafft, aber natürlich auch glücklich. In einem wahren Handball-Krimi hatte sein MTV Rheinwacht Dinslaken soeben den TV Rheinbach mit 27:26 auf die Heimreise geschickt. Sekunden vor Schluss hatten die starken Gäste frei von Rechtsaußen die Chance auf den Ausgleich - und scheiterten ein Mal mehr am super aufgelegten Marco Banning im MTV-Kasten. „Marco hat uns den Sieg heute festgehalten“, befand Jakobs zurecht. Aber nicht nur Banning zeigte sich von seiner besten Seite. Als es drauf ankam, als das komplett ausgeglichene Spiel auf die Zielgerade einbog, übernahm Philipp Tuda Verantwortung und warf zwei ganz wichtige Tore. Für den Aufsteiger ist es nach dem Kantersieg zum Auftakt in Rheinhausen bereits der zweite Erfolg im zweiten Spiel. „Das nehmen wir jetzt natürlich alles gerne mit“, sagt Harald Jakobs - wohl wissend, dass sich der Wind für den Liganeuling in der stark besetzten Regionalliga schnell wieder drehen kann. Nächsten Samstag geht’s nach Aachen. Und auch da will Jakobs was Zählbares mitnehmen. „Wir fahren da sicher nicht hin, um nur die Punkte zu übergeben. Wir wollen natürlich gewinnen“, so seine selbstbewusste Ansage.

Einen starken Gegner hatten auch die Handballer des VfB Homberg am Wochenende zu Gast. Die Reserve von TuSEM Essen zeigte der Mannschaft von Trainer Achim Schürmann die Grenzen auf und entführte beim 33:26-Auswärtssieg beide Punkte. „Keine Frage, wir haben gegen einen wirklich starken Gegner verdient verloren - auch wenn die Niederlage am Ende ein wenig zu hoch ausgefallen ist“, erkannte Schürmann an. Nur: Hätten seine Jungs von Anfang an mit der richtigen Einstellung auf der Platte gestanden, wäre es vielleicht anders ausgegangen. Denn nach sechs Minuten lagen die Hausherren bereits 0:6 zurück. „Da waren wir völlig orientierungslos“, ärgerte sich Schürmann über den verpatzten Start. Nach der Auszeit wurde es besser und der VfB kämpfte sich wieder ran - nur um Ende wieder abreißen lassen zu müssen. „40 gute Minuten haben gegen diesen Gegner leider nicht gereicht“, befand Schürmann nach der Partie. Seine Mannschaft muss am Samstagabend beim kriselnden TV Korschenbroich ran.

Bis zur 42. Minute sah es so aus, als könnten die Wölfe Nordrhein nach ihrem verpatzten Start gegen den MTV beim großen Ligafavoriten SG Ratingen für eine kleine Sensation sorgen. 19:19 stand es da. Doch dann setzte sich die Klasse von Ratingens Keeper Petar Angelov durch. „Der Junge ist schon richtig gut. An ihm haben wir uns am Ende die Zähne ausgebissen“, hatte Wölfe-Coach Alex Tesch beobachtet. Und so gab es am Ende einen knappen 24:21-Erfolg für die Ratinger, bei denen auch Ex-Löwe Lukas Plaumann einen Treffer zum Sieg beisteuerte. Alex Tesxch lobte die Leistungsverbesserung gegenüber der Vorwoche und die Stimmung in der Truppe. „Die ist nämlich weiter sehr positiv.“ Wenn seine Jungs das gegen Ratingen Gezeigte weiter auf den Platz bringen würden, seien Erfolge nur eine Frage der Zeit. Die nächste Chance gibt es am Samstagabend, 18 Uhr, wenn der TV Jahn Köln-Wahn in der Sporthalle an der Krefelder Straße zu Gast ist. Tesch: „Köln hat eine gute, physisch starke Mannschaft. Aber wir sind ganz bestimmt nicht chancenlos.“

Ein starkes Ausrufezeichen setzten die Frauen des TuS Lintfort in der 2. Liga. Gegen die hoch gehandelten Mainzer gewann die Mannschaft von Trainerin Bettina Grenz-Klein vollkommen unerwartet mit 37:34. „Ich kann noch gar nicht fassen, welche Leistung wir abgerufen haben“, freute sich die TuS Trainiern direkt nach dem Spiel. Beide Teams boten den Zuschauern in der Eyller Sporthalle ein extrem hohes Tempo und vor allem die erste Hälfte war Werbung für den Frauenhandball. „Ich glaube, das war die beste Halbzeit, die wir jemals gespielt habe“, analysierte die erfolgreiche TuS Trainerin. Am kommenden Samstag steht die nächste hohe Hürde an, wenn der TuS bei Buchholz 08 Rosengarten ran muss.

(Niederrhein Verlag GmbH)