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Alter Standort Justus-von-Liebig-Schule
Wer kümmert sich ums Laub?

Alter Standort Justus-von-Liebig-Schule: Wer kümmert sich ums Laub?
Vor 20 Jahren hat Peter Scherm das Haus an der Tannenbergstraße gekauft - da sei das angrenzende Grundstück der Justus-von-Liebig-Schule noch gepflegt worden. Doch seit die Schule weg ist, verkomme das Areal und das Laub, das vom Schulhof rübergeweht werde, türme sich in den anliegenden Gärten. FOTO: cb
Moers. Seit die Justus-von-Liebig-Schule an die Römerstraße gezogen ist, kümmere sich niemand um den alten Standort an der Tannenbergstraße, wirft Peter Scherm der Stadt Moers vor. Besonders die Laubmengen, die vom Schulhof in die anliegenden Gärten wehen würden, sorgen für Unmut bei dem Anwohner. Wer ist für die Entsorgung zuständig? Von Claudia Basener

Peter Scherm wohnt seit 20 Jahren an der Tannenbergstraße. Solange die Schule da gewesen sei, wäre auch alles gut gewesen. Doch jetzt kümmere sich niemand mehr um das ehemalige Schulgrundstück. "Wir entsorgen das Laub der Stadt Moers und müssen dafür auch noch zahlen", beschwert sich Scherm.
120 bis 130 Säcke Laub kämen den Winter über in seinem Garten zusammen, dabei steht dort kein einziger Baum. Die Biotonne ist zu klein für diese Mengen, die Entsorgung im Kreislaufwirtschaftshof kostenpflichtig. Zudem bedeute die Beseitigung zusätzliche Arbeit. Als es gesundheitlich einfach mal nicht ging, hätte sich da auch ganz schön was angehäuft.

Bereits vor drei Jahren hat Peter Scherm daher einen Bürgerantrag gestellt, in dem er seine Situation schildert und um Verbesserung bittet. "Es wurde ein Ortstermin angekündigt, der nie stattfand", empört sich Scherm. Erst nachdem er Anfang des Jahres einen zweiten Antrag stellte, habe es eine Schulhof-Besichtigung mit dem ZGM (Zentrales Gebäudemanagement) und der ENNI gegeben. Allerdings sei diese ein Witz gewesen: "Einen Tag vorher wurde das Gelände auf Vordermann gebracht, bei der anschließenden Begehung sah dann natürlich niemand Handlungsbedarf. Es hieß, dass das Grundstück doch regelmäßig gepflegt werde", schildert Scherm.Zu allem Überfluss sei dann auch noch die Aussage gefallen "Wenn das nicht wäre, würde Ihnen halt was anderes zum Meckern einfallen." Dabei will Scherm gar nicht meckern. Er will nur eine Lösung finden. "Wenn wenigstens zwei Mal im Jahr jemand rauskäme, um den Schulhof zu pflegen, wäre uns schon sehr geholfen." Des Weiteren schlägt er vor, Container aufzustellen, damit die Anwohner ihre Laubsäcke kostenlos entsorgen können. Auf keinen Fall möchte er, dass Bäume gefällt werden - nur ein regelmäßiger Kronenschnitt wie er früher üblich gewesen sei, würde er für angebracht halten.

Der Schulhof werde regelmäßig gepflegt, hält die Stadt Moers auf Nachfrage dagegen. Um das Grundstück und das anfallende Laub kümmere sich das ZGM. Aktuell werde einmal die Woche jemand rausgeschickt, um die Hauptwege (direkt anliegende Gehwege und Zugänge zum Grundstück) frei zu machen. Die Reinigung des Schulhofes erfolge mindestens einmal im Jahr. Auch den Vorwurf, dass nicht auf die Anträge reagiert worden sei, weist man bei der Stadt zurück. Hannah Ecker von der Pressestelle Moers: "Nach jedem Antrag kam zusätzlich jemand raus. Es wurde Laub entfernt und die Bäume wurden zurückgeschnitten - soweit wie es die Baumschutzsatzung zulässt." Die Reinigung, die vor der Begehung im Februar 2018 stattgefunden habe, hätte sowieso gerade angestanden.

In diesem Jahr sei noch ein Großreinemachen angesagt, hier werde das ZGM tätig, "sobald das Laub von den Bäumen ist." "Wer größere Laubmengen entsorgen muss, muss im Herbst übrigens nicht dafür zahlen. Noch bis zum 8. Dezember tourt das ENNI Laubmobil durchs Stadtgebiet. Jeden Dienstag von 7.30 bis 15 Uhr gibt es zum Beispiel auf dem Meerbecker Marktplatz die Möglichkeit, dort kostenlos Laub zu entsorgen", erklärt Hannah Ecker.

Was das ehemalige Schulgrundstück an der Tannenbergstraße angeht, könnte sich ohnehin bald was tun: Das Bieterverfahren für Bauträger und Investoren ist beendet, bald sollte sich entscheiden, an wen das 11.600 qm große Grundstück verkauft wird. Nach den Vorstellungen der Stadt Moers soll das bestehende Gebiet um barrierearmes oder -freies und seniorengerechtes, bezahlbares Wohnen mit gefördertem Wohnungsbau erweitert werden. Auch Wohnformen für Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen, junge Menschen in der Ausbildung und große Familien müssten im Quartier geschaffen werden. Angebote für Besserverdienende sollten für eine gute Mischung der Bevölkerung sorgen.