| 12.34 Uhr

Mit Bilderstrecke: Leon Scheepers baut seit 13 Jahren an seiner eigenen Kirmes
Die große kleine Kirmes in Moers

Bilderstrecke: Leons Kirmes
Bilderstrecke: Leons Kirmes FOTO: cb
Moers. Am ersten Septemberwochenende ist Moerser Kirmes. Leon Scheepers freut sich riesig - auch wenn seine eigene Kirmes das ganze Jahr geöffnet hat. Von Claudia Basener

Moment mal, den jungen Mann kennen wir doch! Richtig, über Leon Scheepers und sein Weihnachtshaus (das zuletzt mit 21.000 Lichtern erstrahlte) haben wir schon mehrmals berichtet. Doch was macht der 19-jährige Moerser eigentlich, wenn nicht Weihnachten ist? Tja, dann macht er Kirmes - in klein und in groß.
Die Begeisterung für den Rummel liegt in der Familie: Der Opa hatte auf der Moerser Kirmes einen eigenen Bierwagen, vom Vater wurde das Kirmes-Gen schließlich an Leon weitervererbt. Gemeinsam haben sie vor 13 Jahren mit dem Kirmesmodellbau angefangen. "Gemeinsam" bedeutet in diesem Fall, dass der sechsjährige Leon einen Crepês-Stand haben wollte und sein Vater ihn bauen musste.

Inzwischen fertigt Leon seine Modelle selbst - und wie: Gefällt ihm ein Fahrgeschäft, das es nicht als Bausatz gibt, baut er es nach; inklusive Beleuchtung und Antrieb. Eine sehr planungs- und zeitintensive Arbeit wie sich am "Devil Rock" zeigt: An dem Modell sitzt der Perfektionist schon seit vier Jahren. Um die Fahrt, die im übrigen "echt hardcore" seien soll, originalgetreu nachzustellen, hat er den Antrieb des Modell-Geräts selbst entworfen. Überhaupt gleichen die meisten seiner Modelle in ihren Funktionen den großen Vorbildern, sogar eine Wasserachterbahn plätschert auf der mehreren Meter großen Modellkirmes (Maßstab 1:87) vor sich hin. Im Bau befindet sich zudem noch das Laufgeschäft "Aqua Velis".

Der Wert der Anlage? Kann Leon gar nicht genau sagen, aber "der Devil Rock hat aktuell schon einen Wert von über tausend Euro."

Leon fährt für seine Kirmesleidenschaft quer durch Deutschland, war aber auch schon in England, Frankreich und den Niederlanden auf dem Rummel. Längst gehört er zur Schaustellerfamilie. Seine Lieblingskirmes? "Die in Soest", antwortet er und fügt schnell hinzu, "natürlich neben der Moerser!" Die Atmosphäre sei besonders wichtig, aber auch die technischen Details der Fahrgeschäfte machen ihm Spaß. Daher kommt es auch schon mal vor, dass Leon unter den Geräten liegt und schaut, wie sie funktionieren, "das ist neben den Bauplänen, die ich von den Schaustellern bekomme, auch wichtig, falls ich ein Modell bauen möchte." Fürs Fahren selbst sei er nicht mehr so: "Ich habe schon alles gefahren", sagt er und zeigt seine Sammlung von ca. 2000 Fahrchips.

Ab Freitag ist Leon natürlich in der Grafenstadt unterwegs: In diesem Jahr freut er sich besonders auf den "Commander", der ist neben dem "Devil Rock" sein absolutes Lieblingsfahrgeschäft. Groß wäre die Freude auch, wenn mal ein Freifallturm nach Moers kommen würde. Auf seiner Kirmes steht natürlich bereits einer.