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Einzelhandel gegen Online-Handel

Einzelhandel gegen Online-Handel
Und jetzt auch alle was kaufen: E-commerce hatte auf Bundesebene ein Umsatzplus von 10 % erzielt und lag damit deutlich über dem Wachstum des stationären Einzelhandels (ca. 2 %). Jeder Internetkäufer müsse sich bewusst sein, dass der Fachhandel zusätzlichen Service anbieten würde und diese Leistung sich zum Teil auch im Preis widerspiegelt, so der Handelsverband. FOTO: Archiv
Niederrhein. Und wie war euer 2017 so? Jedes Jahr befragt der Handelsverband NRW Niederrhein e. V. seine Mitgliedsunternehmen und zieht Bilanz. Danach rücken die einzelnen Städte in den Vordergrund. Dieses Mal geht's in Moers ums ehemalige Horten-Quartier, die Umgestaltung des KÖ und - natürlich- Parkplätze. Von Claudia Basener

48,4 der befragten Unternehmen meldeten ein leichtes Umsatzplus, 19,3 bewegen sich immerhin auf Vorjahresniveau, der Rest (32,3) verzeichnet einen Umsatzrückgang. "Anhaltendes Konsumklima" aber auch "in den Online-Bereich abgewanderte Umsätze" so die Interpretation. Immerhin genieren 1/3 der Einzelhändler bereits Online-Umsätze. Weitere Ansätze wie man die Wettbewerbsfähigkeit stärkt, sind nötig. Freies Wlan sei ein guter Anfang.

Was Ausbildung angeht, sind die Zahlen eindeutiger: 993 neu abgeschlossene Ausbildungsverträge wären im Vergleich zu den Vorjahren eine "stabile, sich auf sehr hohem Niveau befindende Quote". Und es soll gut weitergehen: "85,7 der Ausbildungsbetriebe beabsichtigen, die Ausbildungsplatzkapazität konstant zu halten bzw. noch zu erweitern", sagt Brigitte Gerdes, stellvertretende Vorstandsvorsitzende des Verbandes.

64,5 der befragten Einzelhändler gehen verhalten optimistisch, jeder 4. (25,8 ) geht mit Optimismus in das Geschäftsjahr 2018. Die Zahl der Unternehmer mit pessimistischen Erwartungen ist im Verhältnis zum Vorjahr gleich geblieben (9,7 ).

Sorge bereiten die Leerstände im Einzelhandel. Jeder 4. Einzelhändler am Niederrhein möchte, dass die Politik die Zentren bzw. Stadtteilzentren stärkt. 80,7 sind zudem für einheitliche Öffnungszeiten am Standort. Und natürlich muss der Verbraucher weiter kaufkräftig bleiben. Steuer- und Abgabenerhöhungen dürfen den Konsum nicht dämpfen.

Mit Blick auf Moers haben wir es mit "alten Bekannten" zu tun:

Das ehemalige Quartier Horten liegt nach wie vor brach, doch die Pläne der Firma DERECO, dort ein City Hotel mit ca. 140 Betten auf dem ex Shell Grundstück zwischen Homberger und Essenberger Str. zu errichten, und die geplante Bebauung von 120 bis 130 Wohneinheiten sowie 800 m² Handelsflächen ließen auf eine positive Entwicklung hoffen.

Mit großem Interesse verfolge man auch die Planungen um den Königlichen Hof bzw. des Neuen Walls. Die Verlegung des Busbahnhofs, die Schließung des Neuen Walls für den Individualverkehr zögen erhebliche Veränderungen nach sich - "Alleinstellungsmerkmal hervorheben, aber nicht um jeden Preis", sei hier die Maxime. Es gelte die Interessen aller abzuwägen.

Einen gestiegenen Bedarf an Parkplätzen sieht der Verband durch viele Investitionen im Innenstadtbereich (Rathausbebauung, Quartier Neues Rathaus, Südring oder Bildungszentrum). Das zentrale Stellplatzangebot solle erhöht werden, fordert Gerdes, die das Areal Hafthaus im Blick hat.

Parkgebühren, so nötig wie sie auch sein mögen, sollen hierbei nicht als fiskalisches Instrument missbraucht werden. "Ebenso haben wir nach wie vor kein Verständnis für die exorbitante Höhe der Grundsteuer B", so Gerdes. Diese Erhöhung führe zu einem Attraktivitätsverlust als Immobilienstandort und schwäche gleichzeitig die Kaufkraft.

In diesem Zusammenhang warnten die Verbandsvertreter sehr nachdrücklich, die Gewerbesteuer zu erhöhen.

(Niederrhein Verlag GmbH)