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Baumfällungen am Moerser Waldsee
"Durchforstet - nicht gerodet"

Baumfällungen am Moerser Waldsee: "Durchforstet - nicht gerodet"
Keine Bäume zu fotografieren, ist nicht so leicht. Hier haben auf jeden Fall mal mehr gestanden. 30.000 Bäume sollen nun im gesamten Waldgebiet neu gepflanzt werden. FOTO: cb
Moers/Duisburg. Baumfällungen am Moerser Waldsee haben für Aufsehen gesorgt. Anwohner vermuteten "ein Bauvorhaben unter dem Deckmantel der Forstpflege". Der RVR gibt Entwarnung. Von Claudia Basener

"Im Herbst und Winter 2017 wurden im gesamten den Waldsee umgebenden Waldgebiet mit der Erklärung der Forstpflege sehr viele Bäume gefällt – soweit so gut. Nun, mitten in der Setz-Zeit (Geburtszeit der meisten Wildtiere) wird ein sehr großes Areal komplett abgeholzt. Rehe (u.a. hochträchtige Ricken) hetzen tagsüber panisch durch den verbliebenen Wald, extrem scheue Tiere wie z.B. Füchse werden tagsüber gesehen, wenn sie von den Rodungsarbeiten aufgeschreckt flüchten." So schildert eine Anwohnerin uns in einer E-Mail Ende März, wie sie die Situation am Moerser Waldsee gerade wahrnimmt. Vor Ort finden wir bestätigt, dass hinter dem Parkplatz Orsoyer Allee, nach ca. 200 Meter Fußweg, auf der linken Seite auf einer großen Fläche Bäume gefällt wurden. Soll dort tatsächlich gebaut werden?

Da für dieses Gebiet der Regionalverband Ruhr zuständig ist, wenden wir uns an Pressesprecher Jens Hapke, der Entwarnung geben kann: "Der RVR hat bis Ende 2017 den Bereich südlich der Verbandsstraße nach ca. zwei Jahrzehnten durchforstet – nicht gerodet – wie oftmals fälschlich behauptet wird." In diesen Tagen sollen ca. 30.000 Bäume im Baerler Busch neu gepflanzt werden, verspricht der RVR.

Bäume fällen, um dann Bäume neu zu pflanzen, warum das? "Zuvor wurden stark einwandernde Baumarten wie die Amerikanische Traubenkirsche beseitigt", erklärt Hapke, "die neuen Kulturen (vorwiegend Buchen) sorgen dafür, dass diese nicht heimische Baumart künftig hin stark ausgedunkelt und damit zurückgedrängt wird. Diese Maßnahmen sind auch mit der zuständigen Unteren Naturschutzbehörde im Vorfeld abgestimmt worden."

Nach der Wiederaufforstung/Neupflanzung der Buchen sollen noch im Sommer 2018 die Wege instand gesetzt werden, die bei der Durchforstung beschädigt worden sind. Die Arbeiten werden voraussichtlich ab Mitte Mai 2018 beginnen.

"Durch die Neuanpflanzungen wird der Baerler Busch zweifelsfrei ökologisch aufgewertet und der RVR kommt damit seinem gesetzlichen Auftrag einer nachhaltigen Waldwirtschaft nach", so Hapke.