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50 Jahre Katholische Bildungsstätte am St. Bernhard-Hospital
Pflege - ein Beruf mit Zukunft

50 Jahre Katholische Bildungsstätte am St. Bernhard-Hospital: Pflege - ein Beruf mit Zukunft
Marvin Holländer, Margarethe Abelen, Laura Urban, Terja Herman-Tennosaar und Karsten Hartdegen präsentieren die Festschrift zum Jubiläum. FOTO: cb
Kamp-Lintfort. Seit 50 Jahren wird in der Katholischen Bildungsstätte am St. Bernhard-Hospital ausgebildet. Erst waren es Krankenschwestern, jetzt heißt der Lehrberuf "Gesundheits- und Krankenpflege". Mehr als 1.600 Schülerinnen und Schüler haben in dieser Zeit ihre Ausbildung abgeschlossen. Von Claudia Basener

1968 wurde die Katholische Bildungsstätte eröffnet, aus anfangs 36 Ausbildungsplätzen sind inzwischen 150 geworden. Ziel ist es nach wie vor, den Pflegenachwuchs selbst auszubilden, denn damals wie heute besteht großer Bedarf an qualifiziertem Personal. Und er wächst weiter!

Doch nicht nur die Bezeichnung des Lehrberufs hat sich geändert, auch die Ausbildungsinhalte sind andere geworden, wie Lehrerin Margarethe Abelen weiß: "Früher war die Arbeit sehr am Arzt ausgerichtet, heute müssen die Pflegekräfte selbstständiger sein." Die Ausbildung dauert drei Jahre. In der Bildungsstätte werden alle theoretischen Lerninhalte berufs- und ausbildungsbezogen vermittelt, den klassischen Fächerbereich gibt es nicht mehr. "Heute wird viel mehr Wert auf die Stärkung und Förderung von Schlüsselkompetenzen gelegt - persönliche, fachliche, sozial-kommunikative und methodische Fähigkeiten stehen im Vordergrund", erklärt Schulleiter Karsten Hartdegen. Vernetztes Lernen werde groß geschrieben, schließlich seien auch die Patienten komplexer geworden. Der Unterricht erfolge im direkten Bezug zur Tätigkeit auf der Station.

Zudem gibt es immer mehr Möglichkeiten sich fortzubilden. Das St. Bernhard-Hospital bietet in Zusammenarbeit mit der Hamburger Fernhochschule seit 2016 eine duale Ausbildung an, hierbei können Auszubildende ab dem zweiten Ausbildungsjahr zusätzlich Pflegewissenschaft studieren - ohne Studiengebühren. Es gibt von der Uni angesetzte Studientage, der Großteil des Lernens geschieht jedoch selbstständig. "Das ist mit viel Disziplin verbunden", erzählt Terja Herman-Tennosaar, die letztes Jahr mit dem Studium begonnen hat, "um kompetenter zu werden". Die junge Frau stammt aus Estland. Dort ist der Pflegeberuf - wie in den meisten anderen Ländern - akademisch. Ihr Wunsch sei es daher, dass die Tätigkeit auch in Deutschland mehr Anerkennung erfahre.

Die Übernahmechancen nach bestandener Ausbildung wären - mit oder ohne Studium - sehr gut, die Einsatzmöglichkeiten vielfältiger als noch vor 50 Jahren: "Pflegekräfte werden nicht mehr nur in Krankenhäusern, sondern auch im ambulanten Bereich gebraucht", weiß Hartdegen. Und Josef Lübbers, Kaufmännischer Direktor des St. Bernhard-Hospitals, bestätigt: "Jeder Absolvent hat unmittelbar im Anschluss eine Anstellung gefunden - ob im eigenen Haus oder auch extern."

Laura Urban blickt daher positiv in die Zukunft. Die 22-Jährige steht kurz vor ihrem Examen und ist mitten in der Bewerbungsphase. Gerne würde sie sich in der Anästhesie und Intensivpflege weiterbilden. Auch das wäre im St. Bernhard-Hospital möglich.

Doch es wären nicht nur die Perspektiven, weshalb sich die Schüler für die Ausbildung in der Gesundheits- und Krankenpflege entschieden haben, macht Marvin Holländer deutlich, der sich im ersten Ausbildungsjahr befindet. Der 26-Jährige hat zuvor als Stuckateur gearbeitet, vermisste auf der Baustelle jedoch "die Menschlichkeit". Daher wechselte er in den Pflegebereich und spüre nun tagtäglich Dankbarkeit für seine Arbeit: "Die Patienten geben einem so viel zurück. Wenn sie mir mit einem Lächeln danken, weiß ich, wofür ich arbeite."