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Auf Achse für die Fellnasen auf Santorini
Ein Zuhause für die Esel

Auf Achse für die Fellnasen auf Santorini
Auf Achse für die Fellnasen auf Santorini FOTO: Peun/Kaiser
Kamp-Lintfort. Nach einem Urlaub hatten Angelika Kaiser und Mike Peun ihr Herz an die griechische Ferieninsel Santorini und deren vierbeinige Bewohner verloren. Sie organisierten eine unvergleichliche Hilfsaktion und im Juni dieses Jahres ging es mit einem 40-Tonner voll bepackt mit Hilfsmaterial für die Tiere Richtung Griechenland (Stadt-Panorama berichtete). Von Anja König

Rund 3.000 Kilometer legte das Paar zurück um Futterspenden und Hilfsmaterial, darunter auch ein Eselstall, ein Esel-Lift und ein Röntgengerät – persönlich im Tierheim vor Ort abzuliefern. Schon da gaben sie Christina Kaloudi, die das Tierheim auf Santorini mit großem Engagement und Herzblut betreibt, das Versprechen: Im Oktober kommen wir wieder und helfen beim Aufbau des Eselstalls. Gesagt, getan! Und so reisten Angelika und Mike am 13. Oktober erneut zur Ferieninsel - diesmal mit dem Flieger. "Der zweite Stall war dringend nötig", berichtet Angelika. "Aktuell leben 22 Esel, Maultiere und Pferde auf dem Gnadenhof, die dringend Schutz für Wind und Regen im bevorstehenden Winter benötigen." Vier Esel haben den letzten Winter nicht überlebt. Die Tiere, die auf dem Gnadenhof leben, sind oft zu geschwächt um den Winter zu überstehen. "Die Esel auf Santorini dienen als Touristen-Attraktion der Insel, sie tragen die Touristen vom Hafen die steilen Kraterwände hinauf in die Ortschaften. Wenn die Tiere zu alt oder zu schwach werden, kümmert sich niemand mehr um sie. Die Esel werden dann oft einfach sich selbst überlassen oder getötet", erzählt Mike. Die, die diesem Schicksal entgehen können, landen bei Christina Kaloudi.

Elf Tage waren Angelika und Mike vor Ort und haben jeden Tag gemeinsam mit Christina und ihrem Mann Dave kräftig angepackt um den Eselstall in dieser Zeit fertigzustellen. "Wir haben richtige geackert und es gab Muskelkater ohne Ende", erzählt Mike lachend. "Aber es hat auch eine Menge Spaß gemacht!"

Doch damit soll das Engagement der Kamp-Lintforter noch lange nicht beendet sein. "Es fehlt immer noch an allen Ecken auf der Anlage. Es gibt keinen Strom, keine Toiletten, es fehlen Schubkarren und vieles und vieles mehr", so Angelika. Geplant sei ein weiterer großer Transport im Oktober nächsten Jahres. Erste Gespräche und Planungen laufen bereits. Im nächsten Frühjahr soll es konkreter werden. Wir werden berichten!

Wer mehr über das Projekt und die Reisen von Angelika Kaiser und Mike Peun erfahren möchte, findet auf facebook unter "Auf Achse für die Fellnasen von Santorini" viele Infos und Bilder. Informieren kann man sich auch unter www.tierschutzverein-santorini.de und www.sawasantorini.org.

(Niederrhein Verlag GmbH)