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Familie Welling erwirbt Johanniskirche in Rayen
Die Kirche bleibt im Dorf

Familie Welling erwirbt Johanniskirche in Rayen: Die Kirche bleibt im Dorf
Sind zuversichtlich, dass sich auch die Rayener über die Pläne freuen und mithelfen, das Konzept mit Leben zu füllen (v.l.): Pfarrer Dr. Frank Hartmann, Investor Falko Welling, Immobilienmakler Michael Victor und Elmar Welling sowie (vorne v.l.) Ulla Ehrmann (stv. Vorsitzende des Presbyteriums), Anni Volz und Kirchenmeisterin Christa Biermann. FOTO: cb
Neukirchen-Vluyn. Die Familie Welling wird die unter Denkmalschutz stehende Johanniskirche mitsamt dem Gemeindehaus "Arche" in Rayen erwerben. Ein Glücksfall für die ev. Kirchengemeinde Neukirchen. Von Claudia Basener

 "Eigentlich ändert sich für uns nichts, außer, dass es besser und schöner wird" - Ulla Ehrmann, stellvertretende Vorsitzende des Presbyteriums, ist erfreut, dass mit der Familie Welling ein Käufer gefunden wurde, der "die Kirche im Dorf lässt" und sie weiterhin der öffentlichen Nutzung zur Verfügung stellen will.

Gemeinsam mit seiner Verlobten Anni Volz wird Falko Welling die "Arche" als Privatwohnhaus umgestalten, um dort selbst zu leben. Die Johanniskirche möchte das Paar als kulturellen Spielort für Konzerte, Lesungen und Kleintheater etablieren, aber auch in "ihrer Art erhalten": "Hier werden weiterhin die Trauungszeremonien, Trauergottesdienste und der 'Heilig Abend' stattfinden", verspricht Falko Wellings.

Dies erfordert einige Renovierungsarbeiten, die den laufenden Betrieb aber nicht stören sollen. Zudem soll der Kirchturm beleuchtet werden. "Das freut uns sehr, denn auch wir hatten den Wunsch, dass der Kirchturm ein kleiner Leuchtturm werden soll", so Ulla Ehrmann.

Bau- und verwaltungsrechtlich ist noch manche Hürde zu nehmen: Die Gemeinde muss sich mit der Landeskirche abstimmen, dass die Kirche nicht entwidmet werden muss. Auch kommt der Tatsache, dass es sich hier um ein Landschaftsschutzgebiet handelt, besondere Bedeutung zu. "Es sind noch viele Gespräche zu führen, aber wir sind positiv gestimmt", lässt Falko Welling verlauten, der das Ganze als "Projekt der Leidenschaft" bezeichnet, das er gemeinsam mit seiner Familie stemmen möchte.

Die Familie Welling betreibt das Parkhotel in Kamp-Lintfort und das Hotel zur Linde in Repelen. Eine gastronomische Nutzung sei aber nicht in Frage gekommen, man habe kein wirtschaftliches Interesse. "Als Unternehmerfamilie, sehen wir uns in der Pflicht, uns für die Region, in der wir Geld verdienen, zu engagieren", so Vater Elmar Welling.

Die Mitglieder der Gemeinde seien mit dieser Lösung glücklich, berichtet Ulla Ehrmann. Als die Pläne am vergangenen Donnerstag auf der Gemeindeversammlung vorgestellt wurden, hätte es sogar Applaus gegeben. Und auch die Vertreter der Politik hätten sich bisher positiv geäußert. "Das ist wichtig, denn das Projekt muss von allen getragen werden", betont Falko Wellings.

Die Kirchengemeinde lädt die Bürger des Ortsteils daher am Montag, 19. Juni, um 19.30 Uhr in die Johanniskirche ein. Gemeinsam mit der Familie Welling will das Presbyterium über das Vorhaben informieren.