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Evangelische Kindertageseinrichtungen bekamen Gütesiegel und Zertifikat
Zum Wohl der Kinder, Eltern und Kita-Mitarbeitenden

Evangelische Kindertageseinrichtungen bekamen Gütesiegel und Zertifikat: Zum Wohl der Kinder, Eltern und Kita-Mitarbeitenden
Die Leitungen der Ev. Kirchengemeinden und die Leitungen der Kindertageseinrichtungen. Im Halbkreis von links: Wolfram Syben, Sabine Prott, Susanne Wunderlich, Kurt Heyser und Thomas Bode. FOTO: Schäffer
Niederrhein. 18 Evangelische Kindertageseinrichtungen im Kirchenkreis Moers erhielten BETA-Gütesiegel und die Zertifizierung nach ISO 9001:2015. Von der Redaktion

"Wir haben sechs Jahre lang hart an dem Qualitäts-Handbuch für unsere Kindertagesstätten gearbeitet. Das Wohl der uns anvertrauten Kinder und Familien lag uns immer am Herzen. Sich dieser Arbeit in vielen Diskussionen nochmal zu vergewissern und die Dinge, die wir tun, für alle Erzieherinnen und Erzieher verbindlich zu verschriftlichen, war ein wertvoller Prozess", erzählt Susanne Wunderlich von der Fachberatung für Tageseinrichtungen für Kinder. "Die Eltern können sich darauf verlassen, dass sie und ihre Kinder von uns das Bestmögliche bekommen." Das ist auch amtlich: Für die 18 Kindertagesstätten von Ev. Kirchengemeinden im Kirchenkreis Moers gab es jetzt gleich zwei Anerkennungen: Das BETA-Gütesiegel und die Zertifizierung nach ISO 9001:2015.

Was sich technisch anhört, ist in Wirklichkeit ganz nahe am Alltag von Kindern, Eltern und Mitarbeitenden. Wie kann man, etwa im frühen naturwissenschaftlichen Bereich, die Kinder fördern? Wie kann man mit jedem einzelnen Kind ein Projekt gestalten, das ihm gemäß ist und es weiterbringt? Woran erkennt man Kindeswohlgefährdung und welche Schritte leitet wer ein? Welche Sicherheitsstandards sind einzuhalten im Gebäude? Wie führt man in Konfliktfällen mit Eltern eine konstruktive Auseinandersetzung? Und wie laufen Mitarbeitendengespräche? Zeigt sich in der Praxis, dass etwas verbessert werden kann, findet es ebenfalls Platz im Qualitätshandbuch. "Sein Aufbau ermöglicht es, neue Erkenntnisse gut in das Buch zu integrieren, denn natürlich geht der Qualitätsprozess weiter", so Wunderlich.

In den Jahren seit 2012 haben sich mehrmals jährlich die Leitungen der Kindertageseinrichtungen, Vertreter der Ev. Kirchengemeinden, die die Kitas tragen, sowie die Fachberatung des Kirchenkreises und ein prozessbegleitender Qualitätsmanagementbeauftragter des Diakonischen Werkes Saar in Qualitätszirkeln getroffen, um ihr Wissen, ihre Erfahrungen und Diskussionspunkte zusammenzutragen. Ihre Arbeitsergebnisse testeten die Kitas im Alltag und gaben Rückmeldungen. Zudem ging es in den Qualitätszirkeln und Kita-Teams um die Auseinandersetzung mit aktuellem fachlichem Knowhow und grundlegenden Entwicklungen in der Elementarpädagogik. "Fachlich haben wir noch zugelegt, indem wir nach neuesten pädagogischen und neurowissenschaftlichen Erkenntnissen die Prozesse beschrieben haben, die in einer Kindertageseinrichtung ablaufen und nach denen wir arbeiten."

Jedes Jahr steht eine Revision des Handbuchs an. Dann wird überprüft, was aktuell ist und was verändert werden muss. "Das ist ein Schritt zur dauerhaften Qualitätssicherung. Jedes Jahr wird zudem jede Einrichtung intern überprüft. Dazu haben wir einige unserer pädagogischen Fachkräfte und Trägervertreter zu so genannten Auditorinnen ausbilden lassen, die das Prüfverfahren beherrschen. In mehreren Einrichtungen werden außerdem externe Prüfer jährlich kontrollieren. Nach drei Jahren werden wir rezertifiziert, d. h. wir bleiben immer auf der Höhe der Zeit."

Dass die Kitas sich gleich für zwei Zertifizierungen gerüstet haben, war eine besondere Herausforderung. Für die Schärfung des evangelischen Profils und die Qualität der direkten pädagogischen Arbeit steht im Wesentlichen das BETA-Gütesiegel, das von der Bundesvereinigung Evangelischen Tageseinrichtungen für Kinder e.V. verliehen wird. Im Rahmen der ISO-Norm wurde neben den pädagogischen Prozessen, schwerpunktmäßig die Führungs- und Unterstützungsprozesse bearbeitet und definiert. "Wir haben ein evangelisches Profil. Wir erziehen die Kinder auf der Grundlage unseres christlichen Menschenbildes und mit Respekt vor der Einzigartigkeit jedes einzelnen Kindes und jeder Familie, die uns anvertraut ist. Wir haben Respekt vor allen Religionen und Menschen, die sich keiner Konfession zugehörig fühlen. Es ist uns wichtig, unsere Haltung und unser christliches Menschenbild sowohl im Alltag als auch im Rahmen religionspädagogischer Arbeit weiterzugegeben. Jede Kita arbeitet in enger Anbindung an eine Ev. Kirchengemeinde", erklärt die Kitafachberaterin.

Zwar heißt nach der Zertifizierung vor der Zertifizierung, und die Arbeit an der Qualität wird weitergehen. Gleichwohl haben die 18 teilnehmenden Gemeinden, Kitas und der Kirchenkreis sich über diese Auszeichnung so gefreut, dass sie am 31. August gemeinsam feierten. In der Ev. Kirchengemeinde Kapellen predigte Pfarrer Kurt Heyser, der auch den Vorsitz des Kitaausschusses des Kirchenkreises innehat. Grußworte sprachen Wolfram Syben, Superintendent Kirchenkreis Moers, Claus Arndt, Beigeordneter der Stadt Moers, Thomas Bode, stellvertretende Leitung von ZERTPUNKT sowie Sabine Prott, Geschäftsfeldleitung Tageseinrichtungen für Kinder, Diakonisches Werk Rheinland-Westfalen-Lippe.

Anschließend nahmen Kita- und Gemeindeleitungen das BETA Gütesiegel von: Sabine Prott, und das DIN-ISO Zertifikat von Thomas Bode in Empfang, erfreuten sich am Kabarett der Theatergruppe "Schwanensees Rache" und beendeten die Feier mit einem schmackhaften Buffet. "Alle Mitwirkenden haben sich diese Feier mehr als verdient", erklärt Wolfram Syben, Superintendent des Kirchenkreises Moers, in seiner Rede. "Die kindgerechte Erziehung und die Heranführung an die uns Christinnnen und Christen wichtigen Werte, z. B. der Nächsten-, Friedens-, Schöpfungs- und Gerechtigkeitsliebe ist uns ein wichtiges Ziel. Mit dem Qualitätssicherungsprozess gewährleisten wir, dass wir nie müde werden, daran mitzuarbeiten, diese christlichen Werte in der Gesellschaft lebendig zu erhalten."