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Landtagswahl in NRW 2017
Wahlergebnis Duisburg: Duisburger Westen

Landtagswahl in NRW 2017: Wahlergebnis Duisburg: Duisburger Westen
Gespannte Blicke am Wahlabend im Duisburger Rathaus, als die ersten Hochrechnungen auf die Leinwand projiziert wurden. FOTO: vowie
Duisburg. Nordrhein-Westfalen hat am Sonntag gewählt und die Rot-Grüne Landesregierung musste eine deutliche Wahlniederlage hinnehmen. Bei einer Wahlbeteiligung von 65,2 Prozent, kam die CDU laut vorläufigem Endergebnis auf 33%, die SPD auf 31,2% , die FDP auf 12,6%, die AfD auf 7,4% und die Grünen auf 6,4% der Stimmen. Die Linke scheiterte knapp mit 4,9% an der Fünf-Prozent-Hürde und zieht nicht in den Landtag NRW ein. Von Thorsten Vermathen

Das Gesamt-Wahlergebnis (Zweitstimmen) auf Duisburg heruntergebrochen stellt sich jedoch anders dar. Hier bleibt die SPD bei einer Wahlbeteiligung von 58,66% mit 37,58% der Stimmen deutlich stärkste Partei. Die CDU kommt auf 23,59%, die AfD auf 11,46%, die FDP 9,49%, die Linke auf 5,96% und die Grünen landen bei 4,95%.

Die SPD-Kandidaten konnten auch die vier Duisburger Wahlkreise mit der Erststimme jeweils gewinnen: Im Wahlkreis 60 Duisburg 1 (DU-Süd, Duissern, Neudorf, Wanheimerort: Wahlbeteiligung 66 ) lag Sarah Philipp mit 40,12% deutlich vor Petra Vogt von der CDU mit 29,55%.

Auch der SPD-Landtagsabgeordnete Rainer Bischoff konnte seinen Wahlkreis 61 Duisburg II (Rheinhausen, Alt-Homberg, Baerl und Hochheide: Wahlbeteiligung 60,87%) mit 42,78% der Stimmen klar gegen Sylvia Linn von der CDU mit 27,72% gewinnen.

Mit 42,63% konnte auch SPD-Innenminister Ralf Jäger seinen Duisburger Wahlkreis 62 Duisburg III (Meiderich-Beeck, Altstadt, Dellviertel, Hochfeld, Kasslerfeld, Neuenkamp, Ruhrort: Wahlbeteiligung 53,09%) klar gegen Nicolas Back von der CDU mit 22,81% behaupten.

Und auch SPD-Kandidat Frank Börner konnte den Wahlkreis 63 Duisburg IV-Wesel V (Hamborn, Walsum: Wahlbeteiligung 54,10%) mit 42,64% deutlich gegen Christian Heidenreich von der CDU mit 23,91% der Stimmen verteidigen.

Nach Wahlbezirken (Zweitstimme für die Partei) stellt sich für den Duisburger Westen folgendes Wahlergebnis dar:

Ruhrort/Alt-Homberg-Mitte (Wahlbeteiligung 57,97%): SPD (35,7%), CDU (23,45%), AfD (11,23%), FDP (10,32%), Linke (7,05%), Grüne (5,86%).

Alt-Homberg-Süd/Hochheide-Süd (Wahlbeteiligung 53,85%): SPD (40,64%), CDU (23,15%), AfD (11,36%), FDP (8,37%), Linke (5,86%) und Grüne (4,41%).

Baerl/Alt-Homberg-Nord/Hochheide-Nord (Wahlbeteiligung 66,04%): SPD (34,34%), CDU (29,63%), FDP (10,78%), AfD (10,57%), Linke (5,53%) und Grüne (4,57%).

Bergheim-Nord (Wahlbeteiligung 68,99%): SPD (38,10%), CDU (25,37%), AfD (10,47%), FDP (10,30%), Grüne (5,38%) und Linke (4,37%).

Bergheim-Süd/Rumeln-Kaldenhausen-Ost (Wahlbeteiligung (62,56%): SPD (41,19%), CDU (34,39%), AfD (10,95%), FDP (9,39%), Grüne (4,50% und Linke (4,14%).

Hochemmerich-Nord (Wahlbeteiligung 54,63%): SPD (41,14%, CDU (18,47%), AfD (11,76%), FDP (8,75%), Linke (7,27%) und Grüne (4,91%).

Rheinhausen-Mitte/Hochemmerich-Süd (Wahlbeteiligung (49,04%): SPD (46,68%), CDU (16,25%), AfD (11,75%), FDP (6,74%), Linke (6,25%) und Grüne (2,92%).

Friemersheim (Wahlbeteiligung 57,77%): SPD (39,30%), CDU (21,66%), AfD (10,91%), FDP (8,56%), Linke (5,65%) und Grüne (5,37%).

Rumeln-Kaldenhausen-West (Wahlbeteiligung 70,72%): SPD (35,71%), CDU (29,07%), FDP (13,30%), AfD (8,55%), Grüne (4,73%) und Linke (3,68%).

Insgesamt kann man festhalten, dass die Wählerinnen und Wähler der Stadt Duisburg, sofern sie denn zur Wahl gingen, der SPD entgegen des landesweiten Ergebnisses treu blieben. Dennoch hat die Duisburger SPD im Vergleich zur vergangenen Landtagswahl (2012) in NRW herbe Stimmverluste hinnehmen müssen und etwas über 10% der Stimmen eingebüßt. Die CDU legt hingegen rund 7% zu. Die AfD holte in Duisburg aus dem "Nichts" 11,46%. Die FDP konnte im Gegensatz zu 2012 um über 4% dazugewinnen und die Linke konnte ihre Stimmanteile mehr als verdoppeln. Die Grünen hingegen konnten nur noch gut die Hälfte der Stimmenanteile erzielen, wie noch bei der vergangenen Landtagswahl.

Die CDU unter dem designierten Ministerpräsidenten Armin Laschet wird nach Rücktritt von Hannelore Kraft nun auf Landesebene Koalitionsgespräche für eine neue Regierungsbildung aufnehmen. Zusammen mit der FDP käme man lediglich auf 100 Sitze im Landtag, einer mehr als die nötige Mehrheit. Regieren in NRW würde dann ziemlich schwierig werden. Eine große Koalition zusammen mit der SPD wäre selbstverständlich auch eine Option, aber eher eine unwahrscheinliche – ebenso alle anderen Möglichkeiten. Man darf gespannt sein.

(Niederrhein Verlag GmbH)