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NRW-Innenminister Ralf Jäger im Gespräch mit Rettungssanitäter/innen
Unverzichtbares Ehrenamt

NRW-Innenminister Ralf Jäger im Gespräch mit Rettungssanitäter/innen: Unverzichtbares Ehrenamt
Ehrenamtliche Rettungssanitäter/innen der Johanniter und des AEV (Ambulante-Erst-Versorgung e.V.) trafen sich mit NRW-Innenminister Ralf Jäger und dem Landtagsabgeordneten Rainer Bischoff zum Gespräch in der Friedenskirche an der Lutherstraße in Rheinhausen. FOTO: TV
Rheinhausen/NRW. Zu einem Gespräch mit Rettungssanitäterinnen und -sanitätern hatte der heimische Landtagsabgeordnete Rainer Bischoff den für die Rettungssanitäter zuständigen NRW-Innenminister Ralf Jäger am Montag eingeladen. Es galt, das Ehrenamt zu würdigen und sich über die tagtäglichen Schwierigkeiten und Mühen der Ehrenamtler zu informieren. Von Thorsten Vermathen

"Ohne das Ehrenamt ist unsere Gesellschaft nicht zu machen - insbesondere Katastrophenfälle, wenn eine Vielzahl an qualifizierten Helfern und Rettungskräfte benötigt wird, machen dies deutlich. Man denke an Hochwasserkatastrophen oder jüngst auch an die Flüchtlingswelle. Der Staat kann diese Hilfeleistungen nicht ersetzen - beispielsweise 90 Prozent der Feuerwehrkräfte im Land sind ehrenamtlich tätig", berichtet NRW-Innenminister Ralf Jäger und bedankt sich gleichzeitig bei den vielen Ehrenamtlern, die ihre Freizeit und zum Teil auch ihr berufliches Fortkommen opfern. Das sei absolut nicht selbstverständlich, sondern vorbildlich.

Frank Funken, Zugführer bei der Unfallhilfe der Johanniter in Duisburg-Homberg, berichtet, dass seine 41 Mitglieder über 12.000 Stunden in 2016 ehrenamtlich im Einsatz waren. Rolf Weigelt, Leiter vom AEV (Ambulante-Erst-Versorgung e.V.) in Rheinhausen bringt es mit seinen zwölf erwachsenen und sechs Jugendlichen Aktiven auf 1300 Einsatzstunden im vergangenen Jahr, ohne Zeiten die für Ausbildung und Büroarbeiten anfallen.

Beide Rettungssanitäter plagen ähnliche Sorgen, zum einen der Nachwuchsmangel und zum anderen der zunehmende Mangel an Respekt, der ihnen bei der Ausübung ihrer Tätigkeit entgegen gebracht wird. "Pöbeleien, aggressives Verhalten nähmen zu, es komme zu Behinderungen durch Schaulustige, bis hin zu Körperverletzungen. Selbst Veranstalter wüssten nicht zwischen ehrenamtlichen und hauptamtlichen Diensten zu unterscheiden und würden jedewede Anerkennung vermissen lassen.

Innenminister Jäger kündigte an: Spätestens im kommenden Jahr werde NRW Geld in die Hand nehmen, um mittels einer Werbekampagne, ähnlich wie es diese für das Ehrenamt bei der Feuerwehr bereits gegeben hat, den ehrenamtlichen Katastrophenschutz und Rettungsdienst zu unterstützen. Zudem habe man kürzlich das Strafrecht verschärft, wenn es zu Übergriffen gegen Rettungskräfte komme.

Weiterhin würden sich die Rettungssanitäterinnen und -sanitäter wünschen, dass die berufliche Freistellung für das Ehrenamt verbessert würde, ebenso die Ausrüstung und die Ausbildung. Ein Deeskalationstraining sei mittlerweile leider unverzichtbar. Auch diese Anregungen nahm ihr "oberster Dienstherr" gerne mit auf.

(Niederrhein Verlag GmbH)