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Jahresrückblick 2017
Schlaglichter im Duisburger Westen

Jahresrückblick 2017: Schlaglichter im Duisburger Westen
Ein Schlaglicht 2017 im Duisburger Westen: Grundsteinlegung für das neue „Haus der Gemeinde“ der evangelischen Kirchengemeinde Homberg an der Wilhelmstraße. FOTO: Archiv / thiele
Duisburg-West. Alle Jahre wieder gehört es zur journalistischen Tradition, am Ende eines Jahres zurück zu blicken. Bevor wir den Blick auf den Duisburger Westen fokussieren, seien kurz ein paar zentrale Duisburger Ereignisse angerissen. Von Thorsten Vermathen

So stand im Rahmen der Bundestagswahl auch eine vorgezogene Oberbürgermeisterwahl in Duisburg an, bei der Sören Link wiedergewählt wurde. Obschon seine Partei, die SPD, bei der Landtags- als auch bei der Bundestagswahl - selbst in Duisburg - erhebliche Stimmverluste hinnehmen musste, die neu angetretene AfD hingegen zweistellige Ergebnisse erzielte.

Die Zentralisierung der Bezirksverwaltung betraf auch die Bezirksämter in Rheinhausen und Homberg. Hier wurden erheblich Stellen gekürzt und Kompetenzen an ein "Zentralamt für bezirkliche Angelegenheiten" in der Duisburger City übertragen. Der Unmut in den Bezirken ist bis heute nicht verstummt.

Wenig überraschend war 2017 der Aufstieg des MSV in die zweite Fußballbundesliga, lange führten die Zebras in der Saison 2016/17 die Tabelle der 3. Liga an. Längst überfällig, sieben Jahre nach der Katastrophe, wurde am Ende dieses Jahres der Loveparade-Strafprozess eröffnet.

Überfällig sind auch in Duisburg, insbesondere im Westen, einige Brückensanierungen. Angefangen bei der A40-Brücke zwischen Neuenkamp und Homberg. Dieses Jahr gab es gar eine vierzehntägige Vollsperrung, Einschränkungen sind die Regel. Bis zur Fertigstellung des Komplett-Neubaus voraussichtlich in 2026 werden noch unzählige Verkehrsbehinderungen zu verzeichnen sein. Man kann nur hoffen, dass die "Brücke der Solidarität" als alternative Rheinquerung noch lange durchhält. Hier gab es kürzlich eine neue Fahrspursignalanlage. Eine weitere "Problembrücke" ist die im Eigentum der Stadt Moers befindliche "Brücke an der Cölve". Seit Sommer ist sie vollgesperrt, was Rheinhauser und Rumelner mehr belastet als Moerser. Eine provisorische Lösung mittels Behelfsbrücke wird diskutiert, fraglich ob auch realisiert. Ein Neubau wird auch hier noch Jahre dauern. Zu guter Letzt gibt es eine historische Hubbrücke, die älteste Duisburgs, am Rheinpreußenhafen in Homberg. Auch sie ist aufgrund von Bauwerksschäden derzeit gesperrt. Nach neuerlichen Informationen könnte im kommenden Frühjahr aber eine Sanierung starten.

Baulich wurde 2017 aber auch vieles vorangebracht im Duisburger Westen, nicht immer kritiklos und zum Teil auch nur dank Fördergeldern des Bundes oder Landes. So wächst beispielsweise das Gewerbegebiet an der Rheindeichstraße in Baerl und der Umbau (Reduzierung von vier auf drei Spuren) der Friedrich-Ebert-Straße in Rheinhausen ist im Gange. In Baerl freut man sich dagegen über den neu gebauten EDEKA-Markt und den Staatspreis für die Lohmühlen-Sanierung. Dass die Bezirksbibliothek Rheinhausen jetzt brandschutzsaniert ist, freut die Besucher ebenso, wie, dass am Standort des alten Hallenbades an der Schwarzenberger Straße in Rheinhausen ein großes Gesundheitszentrum entsteht. Apropos "Hallenbad". Das neue Hallenbad am Toeppersee war im abgelaufenen Jahr wieder öfter geschlossen. Baumängel scheinen hier zunehmend zu Tage zu treten. Mängel gab es auch Jahrzehnte lang in der Sporthalle an der Breslauer Straße in Rumeln. Hier wurde endlich eine PCB Sanierung samt Modernisierung durchgeführt und die Halle wieder nutzbar gemacht. Die Jugendverkehrsschule in Bergheim wurde ebenfalls saniert und eine neue Sporthalle am Krupp-Gymnasium in Rheinhausen befindet sich im Bau.

Passend zum Reformationsjubiläum begann die evangelische Kirchengemeinde in Homberg 2017 den Bau eines neuen Gemeindezentrums, nachdem das alte Lutherhaus aus Kostengründen abgerissen werden musste. Und der Komplett-Neubau des Malteserstifts "Veronika-Haus" in Kaldenhausen kam in diesem Jahr planmäßig zum Abschluss. Auf Anfang steht es dagegen noch in der Psychiatrie am Sana-Standort in Rheinhausen. Der Grundstein für ein neues Gebäude der Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie die Modernisierung des alten Bertha-Krankenhauses sind auf dem Weg.

Gespannt sein darf man auch, was aus dem alten Bahnhofsgebäude in Friemersheim wird. Der Bauverein Friemersheim hat das Gebäude Anfang des Jahres gekauft und will daraus einen "Bürgerbahnhof" machen. Auf den "großen Knall" in Hochheide musste man in diesem Jahr jedenfalls vergeblich warten. Die angesetzte Sprengung des ersten "Weißen Riesen" musste aufgrund von Asbestfunden verschoben werden. Die Sanierung läuft und 2018 soll er dann fallen.

Zum Abschluss noch einige Jubiläen: Männer- und Frauenchor Rumeln (140 Jahre), Schiffer Berufskolleg RHEIN (125 Jahre), Tennis Borussia Rheinhausen (90 Jahre), KG Rot-Weiß Rheinhausen (66 Jahre), AWO-Treff Homberg (50 Jahre), Pflegestift Veronika Haus (40 Jahre), Hochheider Tasche (15 Jahre).

Im Gedenken an Rudi Lisken, Georg Kreischer, Erich "Fuzzi" Wiesner und Friedel Genender verabschieden wir uns von 2017 und hoffen auf ein friedliches 2018!