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Bürger können mit kleinen Geräten die Feinstaubbelastung selber messen
Netzwerk Luftqualität

Bürger können mit kleinen Geräten die Feinstaubbelastung selber messen: Netzwerk Luftqualität
Haben das Projekt Netzwerk Luftqualität in Duisburg initiiert: (vl) Oliver Jantz und Günter Knöpfel (sitzend), Volkshochschuldirektor Dr. Gerhard Jahn, Umweltdezernent Dr. Ralf Krumpholz, Peter Heise vom Umweltamt und Dr. Aydin Sayilan von der VHS (stehend). FOTO: privat
Duisburg. Digitalisierung und Internet machen Dinge möglich, die bislang nicht oder nur unter großem Aufwand zu realisieren waren. So können professionelle Messstationen für Luftqualität einen hohen sechsstelligen Betrag kosten. Das Landesumweltamt betreibt im Duisburger Stadtgebiet sieben unterschiedlich aufwendige Messstationen, die nur zum Teil ihre Daten direkt ins Netz stellen. Die Messergebnisse liefern allerdings nur eine grobe Übersicht über die Luftbelastung, da sieben Messstationen auf 233 Quadratkilometern Grundfläche der Stadt kein besonders dichtes Netz darstellen. Von der Redaktion

Mit einer Initiative des städtischen Umweltamtes könnte sich die Situation hinsichtlich der Feinstaubbelastung bald deutlich anders darstellen. Umweltdezernent Dr. Ralf Krumpholz erläutert: "Die technische Entwicklung hat dazu geführt, dass man heute einen Bausatz für einfache Feinstaubmessanlagen, die über WLAN ihre Daten ins Internet speisen, für circa 40 Euro kaufen kann. Wir möchten die Bürgerinnen und Bürger aufrufen, sich so eine Messstation zu besorgen, zu Hause aufzustellen und für ein dichteres Netz an Messstationen in der Stadt zu sorgen. So hätten wir einen besseren Überblick über die tatsächliche Belastung mit Feinstäuben."

Ähnliche Ansätze gibt es bereits in anderen Städten. "Mittlerweile hat sich weltweit eine Citizen Science- oder Bürgerwissenschaftsbewegung entwickelt, bei der Laien die Daten erheben, auswerten und diskutieren. Wir möchten diesen Trend unterstützen, weil wir fest davon überzeugt sind, dass neben dem dichteren Messpunktenetz auch das Thema Luftqualität in der breiten Bevölkerung einen höheren Stellenwert bekommt", berichtet Peter Heise, der im Umweltamt die Luftreinhalteplanung koordiniert.

Die Bausätze für die Messstationen sind zwar preiswert, erfordern aber ein bisschen technisches Verständnis hinsichtlich Zusammenbau, Programmierung und Einbindung ins heimische WLAN. Für Bürgerinnen und Bürger, die Unterstützung brauchen, will das Umweltamt gemeinsam mit der Volkshochschule spezielle Workshops anbieten. Das Know-how kommt von den beiden versierten Ingenieuren Günter Knöpfel und Oliver Jantz, die schon beim Repair-Café in Ruhrort und bei der VHS aktiv sind. Die erste Informationsveranstaltung findet am Donnerstag, 7. Dezember, um 18 Uhr in Raum 320 der Volkshochschule im Stadtfenster an der Steinschen Gasse 26 in der Stadtmitte statt. Für VHS-Direktor Dr. Gerhard Jahn ist die Beteiligung an dem Projekt ein weiterer Baustein digitalen Lernens: "Wir haben eigens einen Fachbereich 'Bildung für nachhaltige Entwicklung‘. Auch die neue Maker-Bewegung hat bei uns ein Zuhause. Das sind gute Gründe, die die VHS zum geborenen Partner so eines Projektes machen."

Das Umweltamt verschenkt übrigens die ersten zehn Messstationen. Sollte es mehr Interessierte geben, entscheidet das Los. Wer mitmachen möchte, kommt zu dem Infoabend. Für weitere Informationen steht Peter Heise telefonisch unter (0203) 283-2211 zur Verfügung.