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Stadt Duisburg mit Eingentümern RAG und INEOS in Gesprächen
Hubbrücke am Rheinpreußenhafen erneut gesperrt

Stadt Duisburg mit Eingentümern RAG und INEOS in Gesprächen: Hubbrücke am Rheinpreußenhafen erneut gesperrt
Die alte Hubbrücke am Rheinpreußenhafen ist erneut gesperrt. Bürgerinnen und Bürger sind verärgert, dass nach nicht einmal einem Jahr die Brücke wieder nicht passierbar ist und sie somit nicht ohne Umwege ins Rheinvorland kommen. FOTO: thiele
Homberg. Die alte Hubbrücke über den Rheinpreußenhafen in Homberg ist erneut gesperrt. Bürgerinnen und Bürger, die die Brücke häufig und gerne nutzen, sind verärgert, ob der Unpassierbarkeit auf unbestimmte Zeit. Von Thorsten Vermathen

Im April 2012 wurde der Bohlen-Belag der Brücke zuletzt komplett erneuert - allerdings wurden damals nur dünne Bretter auf die alten maroden Bohlen aufgeschraubt. Bereits Mitte 2016 waren erneut erhebliche Schäden entstanden, die nach langen Wochen dann notsaniert wurden. Die Eigentümer, RAG Montan Immobilien und die Ineos Solvents, hatten 2015 bekundet, die Brücke nicht mehr zu brauchen und sie am liebsten abzureißen. Doch das Bauwerk aus dem Jahre 1931 steht unter Denkmalschutz. Die Denkmalbehörde und die Bevölkerung waren entsetzt ob der Pläne. So schaltete sich die Stadt Duisburg vermittelnd ein und verhandelte Ende 2016 eine letzte "Notsanierung" durch die Eigentümer, bei der einige morsche Bohlenbretter ausgetauscht wurden.

Ziel weiterer Verhandlungen sollte es sein, dass die Stadt die Brücke letztlich übernimmt. Aber offenbar hat man sich bislang nicht auf die Rahmenbedingungen einigen können, obschon 400.000 Euro Fördergelder vom Bund für die Sanierung in Aussicht stehen. So ist kürzlich bei einer Brückenprüfung durch die (Noch-)Eigentümer erneut die Verkehrsuntüchtigkeit der Brücke festgestellt und eine Sperrung veranlasst worden.

Auf Nachfrage bei der Stadt Duisburg wurde mitgeteilt, dass man mit den Eigentümern derzeit im Gespräch sei, aber die Verantwortung letztlich bei diesen läge. "Die Gespräche laufen noch, ein Ergebnis gibt es leider noch nicht. Die Stadt setzt sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten für den Erhalt der Brücke ein", so Susanne Stölting aus der Pressestelle. In einer gemeinsamen Presseerklärung der RAG und Ineos heißt es: "Ob und wann es gegebenenfalls zu einer Sanierung der Brücke kommen wird, ist derzeit noch ungeklärt, und damit ist auch die Dauer der Brückensperrung ungewiss."

Man muss sich schon wundern: Seit über einem Jahr laufen angeblich Gespräche über die Zukunft von Duisburgs ältester Hubbrücke, selbst Gelder aus dem Denkmalschutz-Sonderprogramms VI des Bundes liegen bereit, und geklärt ist offenbar nichts Spruchreifes. Klar wird sein, dass sich die (Noch-)Eigentümer ihrer Verantwortung entziehen wollen und keinen Euro mehr in den Erhalt der Brücke investieren. Allein das ist schon ein Unding, so sind Eigentümer von Baudenkmälern im Grunde verpflichtet, diese zu erhalten. Warum die Denkmalbehörde hier keine Handhabe hat, ist fraglich.