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Hafenfest-Kulturkippe
Willkommenskultur auf der Insel

Hafenfest-Kulturkippe: Willkommenskultur auf der Insel
FOTO: nvm
Ruhrort. Über Besucherzahlen will Mr. Hafenfest Walter Pavenstedt nicht reden, und da hat er vollkommen recht. Wer soll die alle zählen, und vor allem: wozu? Von Thomas Warnecke

Na gut, die Schausteller brauchen zahlendes Publikum, aber da werde ich, versprochen, mein Bestes geben. Monatelang habe ich was vom sauer verdienten Zeilengeld abgezwackt, Freitag zahl ich's mir aus, dann gibt's Flammlachs, Zuckerwatte, am Carolinensiel-Stand zwei Friesengeist und dann sollste mal sehen: "Polyp", "Big Spin", und dabei kopfüber das letzte Stadt-Panorama Korrektur lesen ...

Eng verzahnt mit dem Besucher- ist natürlich das Dauerthema: Wetter. Das ja, egal wie's wird, für die Besucherzahlen herhalten muss. Wenn man welche bekanntgäbe.

Wobei es ja so ist: Der Ruhrorter lädt sich am Freitag gerne Gäste ein, aber am Samstag bereut er's schon wieder. Nicht wirklich natürlich, aber ein bisschen. Deshalb gibt's das Lichtermeer aufm Neumarkt, wo selten Auswärtige hinfinden und der Ruhrorter sich dann gemütlich die Lampe anmacht (den gelben Schachtzeichen-Ballon; gibt ja nur Flaschenbier ...) Und deswegen erinnern sich Ruhrorter am liebsten an Extremwetterlagen, ans Blues-Konzert in der Ruhrart-Galerie, als draußen der Monsun tobte, oder den drückend heißen Sonntag, als auf einmal alle in der schattigen kleinen Gasse saßen, die damals noch nicht nach Schimmi hieß. Aber ehrlich jetzt: Alle sind willkommen! Wir lassen Euch Sonntag sogar in unsere Hinterhöfe!

(Niederrhein Verlag GmbH)