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Tunnellösung für die A 59

Tunnellösung für die A 59
Oberbürgermeister Sören Link, Mahmut Özdemir, Carsten Tum und Stadtplanerin Merle Möhlenbeck am Modell der Tunnellösung. FOTO: Uwe Köppen/Stadt Duisburg
Duisburg. Oberbürgermeister Sören Link nennt es eine "historische Chance", Stadtplanungsdezernent Carsten Tum bekräftigt: "Da wird ja für die nächsten hundert Jahre gebaut!" Alle wollen, dass die A 59 in Meiderich unter die Erde kommt. Aber das kostet. Von Thomas Warnecke

"Wir sind eine Logistikstadt, und das wollen wir auch bleiben", sagt Oberbürgermeister Sören Link. "Dafür brauchen wir die entsprechende Infrastruktur." Bei der sich aktuell und künftig viele große Baustellen auftun: OB-Karl-Lehr-Brückenzug und A-40-Rheinbrücke, Kreuz Kaiserberg – und die A 59, Link: "Die Nord-Süd-Achse, die Duisburg nicht nur verbindet, sondern in Meiderich und Hamborn auch trennt."

Der Landesbetrieb Straßenbau "Straßen.NRW" plant den sechsstreifigen Ausbau der A 59 zwischen dem Autobahnkreuz Duisburg (A 40) und der Anschlussstelle Duisburg-Marxloh. Ziel ist es, bis 2029 die bestehenden Brücken auf diesem Abschnitt außer Betrieb zu nehmen. "Wir sind uns alle einig, dass bei einer solchen Gelegenheit die A 59 in einen Tunnel verlegt wird", sagt Planungsdezernent Carsten Tum. Konkret geht es um das mittlere Teilstück, von der Anschlussstelle Duisburg-Ruhrort bis kurz vorm Autobahnkreuz Duisburg-Nord (A 42), eine Strecke von 1,7 Kilometern. Außerdem könnte die A 59 in Hamborn, wo sie bereits jetzt in Troglage verläuft, auf ungefähr 700 Metern abgedeckt werden.

"Dadurch gewinnen wir oberhalb neue Flächen und neue Perspektiven", sagt OB Link. Die Bereiche unterhalb der aufgeständerten A 59 seien unschön, allenfalls als Parkplatz zu gebrauchen – auch die ließen sich bei der Tunnelvariante besser, schöner und vor allem verbindender gestalten, wie es in einer eigens von der Stadt aufgelegten Broschüre dazu heißt. Es gelte, mit dem Tunnel den städtebaulichen Schaden der Schneise durch den Norden zu reparieren. Außerdem, unterstreicht Tum, ließe sich auf der abgedeckten Autobahn wunderbar eine Radwegeverbindung in den Duisburger Norden führen.

"Wir haben nicht nur gesagt, was wir wollen, sondern auch gezeigt, wie's aussehen kann", sagt Tum. Er weiß auch: Die Tunnellösung wird länger dauern – und sie wird deutlich teurer. "Aber wir schaffen ja Qualität, die sich rechnen lässt", erklärt Tum: "Umwelt- und Lärmschutz, das sind ja Werte!"

Der sechsstreifige Ausbau der A 59 ist im Bundesverkehrswegeplan 2030 in der höchsten Kategorie als Maßnahme des "vordringlichen Bedarfs – Engpassbeseitigung" aufgenommen. Die geschätzten Gesamtbaukosten von rund 330 Millionen könnten sich durch die Tunnelvariante schnell verdoppeln. Trotzdem herrscht Zuversicht, dass Bund und Land die Tunnellösung zur Vorzugsvariante erklären; Mahmut Özdemir, SPD-Bundestagsabgeordneter für den Duisburger Norden, will sich in Berlin dafür stark machen: "Das sind harte Punkte, für die wir im Haushaltsausschuss werben müssen. Aber ich bin guter Hoffnung. Vorausgesetzt, die Regierung hält ..."

(Niederrhein Verlag GmbH)