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Frage der Woche
Sind wir ein Seehafen?

Ruhrort. "'Aber die wollten einen Seehafen', so Büttgenbach, und ein solcher sind die Duisburg-Ruhrorter Häfen ja." Stand letzte Woche im Stadt-Panorama, habe ich geschrieben. Von Thomas Warnecke

Ruft mich der so zitierte Michael Büttgenbach an: "Ich meinte, die (von DB Schenker, die für Mercedes Logistik-Hallen auf der Mercatorinsel bauen) wollten Anschluss an die Seehäfen. Aber wir hier sind doch kein Seehafen." Ich sage: Sind wir doch. Hätte ich mal von Mario Adams gehört, dem Hafenkapitän. Der hatte davon erzählt, dass nach dem 11. September 2001 auch im Hafen Sicherheitsmaßnahmen erhöht werden mussten, weil hier auch Seeschiffe ankommen. Hab ich so gespeichert: Seeschiffe, also Seehafen. Und so steht es auch bei Wikipedia: "Umgekehrt bestehen aber auch unmittelbare Schiffsverbindungen von Duisburg über Rhein und Maas nach Übersee. Der Duisburger Hafen fungiert daher auch als westlichster Seehafen Deutschlands." Ebenso die Stadt Duisburg, immerhin zu einem Drittel Eigentümer: "Duisburg ist auch ein Seehafen, der von Küstenmotorschiffen angelaufen werden kann." Ruft mich Mario Adams an: "Das habe ich so nie gesagt!" Nur weil den Hafen auch Seeschiffe erreichen, ist er noch kein Seehafen. Unschlagbares Argument: "Rotterdam, Hamburg usw. werden von Binnenschiffen angelaufen. Sind Sie deshalb Binnenhäfen?" Siehste. Und schließlich – Adams ist als Hafenkapitän für Sicherheitsfragen zuständig – ist die Frage schon durch die Rechtslage beantwortet: Duisburg liegt an keiner Seeschifffahrtsstraße, wo Seerecht gilt, sondern am Rhein, und da gilt die Rheinschifffahrtspolizeiverordnung (RheinSchPV).

Fragt sich nur noch: Was hat dann Poseidon auf der Mercatorinsel verloren, der doch der Gott des Meeres ist? Ganz einfach: Es ist ja nur bzw. die Skulptur heißt ja "Echo des Poseidon". Sind wir also das "Echo eines Seehafens". Darauf einen Küstennebel.

(Niederrhein Verlag GmbH)