| 16.21 Uhr

Neue Leiterin am Max Planck

Neue Leiterin am Max Planck
Die erweiterte Schulleitung des Max-Planck-Gymnasiums (v.l.): Dr. Isabel Wahser, Kornelia Kluge-Mimmack, Direktorin Gabriele Rüken, Kirsten Müller-Normann und Ruth-Maria Sonntag. FOTO: tw
Meiderich. Seit dem 2. Januar hat das Max-Planck-Gymnasium eine neue Leiterin: Gabriele Rüken fühlt sich schon wohl als Neu-Meidericherin – und will daran arbeiten, dass Schüler, Lehrer, Eltern und Ehemalige das auch tun. Von Thomas Warnecke

In Gabriele Rükens Büro hängen drei rote Karten an der Pinnwand, darauf ihre Ziele fürs Max-Planck-Gymnasium: 1. Begabungsförderung, 2. Gute gesunde Schule, 3. Internationalisierung.

Die 920 Schüler am MPG sind von vielerlei Herkunft, "da muss ich doch fragen: Was bringen diese Kulturen an Stärken mit?", sagt Gabriele Rüken. Probleme mit Islamisierung gebe es am Max Planck keine. Klar, zu den verschiedenen Ethnien kämen noch – unabhängig davon – die sehr verschiedenen Elternhäuser. Aber das hat Gabriele Rüken, aufgewachsen in Essen-Altendorf, so gewollt: "Ich fühle mich wohl in Stadtteilen, in denen sich noch was bewegt." Als Lehrerin für Deutsch und Sozialwissenschaften hat sie an einem Berufskolleg in Gelsenkirchen angefangen; ihr persönliches Kriterium: "Keine Schule südlich der A 40!" Die sozialen Kontraste nimmt sie als Herausforderung: "Es gibt einige sehr gut Situierte hier in Meiderich, die ihre Kinder in die Stadtmitte schicken. Ich will, dass die nicht mehr so weit fahren müssen." Und hat ansonsten in dem halben Jahr, das sie bereits in in Obermeiderich wohnt, festgestellt, dass die Menschen sehr freundlich sind: "Hier gibt es einen ganz offenen, ehrlichen Umgang miteinander." Martinsmarkt und Blutwurstsonntag hat sie mitgemacht: "Hier ist viel los. Das ist super für Kooperationen."

Für die sie verstärkt auch Ehemalige einbinden will. "Wir brauchen die! Die Schüler wünschen sich ein Wir-Gefühl am Max Planck, dazu müssen sie sehen, dass sie in einer Tradition stehen."

Begabungsförderung ist ihr beruflicher Schwerpunkt, daran hat sie die letzten drei Jahre als pädagogische Mitarbeiterin im NRW-Schulministerium gearbeitet. Die Begabungsförderung will sie am MPG in allen Bereichen ausbauen, "auch für die Kinder des Gemeinsamen Lernens", denn: "Jedes Kind hat eine Begabung."

Die Raumsituation dürfte zur Herausforderung werden, da auch das MPG ab 2019/20 wieder zu "G9" zurückkehrt. Doch auch da gebe es wenig zu meckern; die Physik-Räume seien die letzten, die im Rahmen von "Gute Schule 2020" noch gemacht werden müssten, so Rüken. Als "telematische Schule" sei das MPG technisch hervorragend ausgerüstet mit Beamern, Smartboards usw.. Der Wohlfühlfaktor, der könne noch gesteigert werden: "Die Schule soll richtig zum Lebensraum werden."

In der Substanz habe sie hier eine gesunde Schule angetroffen. Die war, lange Jahre durch Gerd Ufermann und zuletzt durch Arnd van Huet, nur kommissarisch geleitet worden. Jetzt stürzt sich Gabriele Rüken in die Arbeit, "das Pensum ist heftig", aber das junge Kollegium total engagiert: "Es kommen so viele Kollegen, die etwas anbieten!" Fazit nach dem ersten Monat: "Bis jetzt ist das echt ein Traumjob!"

(Niederrhein Verlag GmbH)