| 12.42 Uhr

Namenspate steht für Qualität

Namenspate steht für Qualität
Die „Justus-von-Liebig-Schüler“ und Abteilungsleiter Thomas Stöfken, der den Chemiker spielte, präsentierten einige der Erfindungen von Justus von Liebig, die im heutigen Alltagsleben noch Relevanz haben. FOTO: vowie
Hamborn. Was haben Berge in Australien und der Antarktis, ein Mondkrater, ein Asteroid und die Sekundarschule Hamborn gemeinsam? Alle sind nach dem Chemiker Justus von Liebig benannt, denn seit vergangener Woche trägt auch die Hamborner Schule den Namen des wegweisenden Professors. Von Volker Wieczorek

Nach fünfjährigem Bestehen der Sekundarschule Hamborn trägt diese nun den Namen Justus-von-Liebig-Schule. Damit wollen die Lehrer um Schulleiter Ulrich Ehrentraut auch im Namen den Schwerpunkt der Schule herausstellen, denn seit Gründung vor nunmehr fünf Jahren sind die sogenannten MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) der Unterrichtsschwerpunkt an der Hamborner Kalthoffstraße 50.

„Wir wollen, dass unsere Schule künftig mit der Persönlichkeit und den Verdiensten des Naturwissenschaftlers Justus von Liebig in Verbindung gebracht wird“, heißt es in der Pressemitteilung der Schule. Dabei hat sich die Schule schon vor der Umbenennung zur Liebig-Schule mit dieser naturwissenschaftlichen Ausrichtung im Norden quasi ein Alleinstellungsmerkmal erarbeitet. „Dies soll nun auch in der Namensgebung zum Ausdruck kommen“, betonte Ulrich Ehrentraut in seiner kurzen Ansprache. Dem konnte sich Ralf Kalveram, Leiter des Schulverwaltungsamtes, nur anschließen, hob aber zugleich eine weitere Stärke der nunmehr Justus-von-Liebig-Schule genannte Bildungseinrichtung hervor: „Die Digitalisierung ist als zweiter Schwerpunkt der Schule zu nennen. Damit habe die Schule durchaus eine Vorreiterrolle für Gesamt-Duisburg.“ So ist die Schule beispielsweise mit interaktiven Whiteboards ausgestattet und Schüler dürfen eigene Hardware mitbringen, um beispielsweise zu Hause erarbeitete Projekte zu präsentieren.

Die Präsentation war auch schon für Justus von Liebig wichtig, denn zu seiner Zeit galt die Chemie nicht gerade als wichtigstes Fach. So musste der Forscher, der als Grundlagenforscher und Erfinder von Backpulver, der Grundkonzentration von Maggi oder der Babynahrung gilt, oft Überzeugungsarbeit leisten, um seine Forschung zu bezahlen. Selbst seine grundlegenden Forschungen zu Agrochemie, als deren Gründer er heute in Fachkreisen gilt, waren über zwanzig Jahre überaus umstritten. Erst später wurde der Wert seiner Arbeit allgemein anerkannt.

Und noch etwas können heutige Schüler von Justus-von-Liebig mitnehmen: Sein Lebensweg ist nicht frei von Brüchen, denn als Schüler brach er das Ludwig-Georgs-Gymnasiums in Darmstadt schon in der Sekunda ab. Einer seiner Lehrer soll seine Fähigkeiten mit den Worten: „Du bist ein Schafskopf! Bei dir reicht es nicht mal zum Apothekenlehrling.“ beschrieben haben. Und auch seine Apothekerlehre stand nicht wirklich unter einem guten Stern, denn nach einem Jahr war diese zu Ende, nachdem er nach privaten Versuchen den Dachstuhl des Apothekengebäudes in Brand gesetzt hatte.

Sein Interesse an der Chemie konnte er im Selbststudium jedoch so ausbauen, dass er bereits als 21-Jähriger zum außerordentlicher Professor für Chemie an der Ludwigs-Universität in Gießen bestellt wurde.

(Niederrhein Verlag GmbH)