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Literaturprogramm der Duisburger Akzente
Mensch und Mumpitz

Homberg/Ruhrort. Zweimal Literarisches gibt's zum Wochenende im Bezirk Homberg-Ruhrort-Baerl: Thomas Frahm links-, Klaus Grospietsch rechtsrheinisch. Von Thomas Warnecke

Viel Platz für die Stirn ist eine Gemeinsamkeit von Frahm und Grospietsch, und auch dahinter spielt sich Ähnliches ab: Beide sind notorische Wortspieler. Und als Thomas Frahm nach Jahren in Bulgarien zurückkehrte, bot ihm Grospietsch gleich eine Auftrittsmöglichkeit in seiner damals noch existierenden Ruhr-Art-Galerie an.

Genug der Gemeinsamkeiten, denn jetzt treten sie getrennt auf: Frahm am Freitag im Café R(h)einblick in Homberg, Grospietsch am Sonntag beim Hübi in Ruhrort.

"Ich als Bulgare und doch Mensch" hat Thomas Frahm seine Lesung überschrieben. Darin spiegelt sich die Erfahrung des preisgekrönten Dichters und Übersetzers aus dem Bulgarischen: Solange er Texte verfasste oder übersetzte, die dem hiesigen Bild vom heruntergekommenen und elenden Bulgarien entsprachen, gab's Applaus, Veröffentlichung und beinahe sogar Geld, kam dagegen seine erfahrungsgesättigte bulgarische Perspektive zu Wort, gab's Ablehnung.

Zeit also, die Blickrichtung umzudrehen in einer Stadt, in der immerhin schätzungsweise 8.000 Bulgaren leben – während Frahm der einzige Duisburger in Bulgarien war. Zur Lesung gibt's Musik mit dem fabelhaften Zymbalisten Angel aus Varna.

Musik gibt's auch zur Lesung von Grospietsch, vom Trio Alio Loco, dessen Drittel wiederum Grospietsch selber ist. Übers Musikmachen nämlich kam "Pietsch" zum Texten, und manche Texte stellten sich als tragend auch ohne Begleitung heraus. Wobei das Herauskommen für Grospietsch nicht das Entscheidende ist, es geht eher ums Ausdenken und Anschieben: Grospietsch ist ein notorischer Projektemacher, gründet Bands und Galerien, hat die HFN-Jam erfunden und ist immer der eine von beiden im überall auftauchenden Duo "Heckmeck und Mumpitz". Meistens beide. Und so sind Klaus' Texte eigentlich wie er selbst: verpeilt, verspielt und überraschend.

Thomas Frahm: "Ich als Bulgare und doch Mensch", Freitag, 17. März, 20 Uhr im Café R(h)einblick, Rheinanlagen 13, Homberg

Klaus Grospietsch: Poesie vor der Hafenmündung, Sonntag, 19. März, 20 Uhr, Zum Hübi, Dammstraße 27, Ruhrort.

(Niederrhein Verlag GmbH)