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Mehr Fluss im Becken

Mehr Fluss im Becken
Ein Stück Originalkette und das Modell eines Kettenschleppschiffes erzählen von der Kettenschifffahrt auf dem Neckar. FOTO: tw
Ruhrort. Es ist ja nicht das Museum der Duisburger, sondern der deutschen Binnenschifffahrt, und deswegen gibt es da jetzt eine neue Abteilung. Von Thomas Warnecke

Im Becken der ehemaligen Herrenschwimmhalle, unter der Tjalk "Goede Verwachting", wurde die Dauerausstellung um "Deutsche Flüsse – die Ströme und ihre Zuflussgebiete" erweitert. Ausziehbare Karten stellen die Flussgebiete der sechs deutschen Ströme Rhein, Ems, Weser, Elbe, Oder und Donau detailliert vor. In Vitrinen, alle im eigenen Haus von Techniker Michael Merkel gefertigt, stehen dazu Schiffsmodelle, an deren Detailreichtum man sich nicht satt sehen kann, beispielsweise ein Rheinischer Aal-Schokker, ein Passagierdampfer der Weißen Flotte Dresden, ein Torfkahn von der Hamme oder eine "Ulmer Schachtel" – ein Schiff aus Holz, das nach der Fahrt stromabwärts am Zielort als Nutzholz verkauft wurde.

Der 2013 verstorbene ehemalige Neckarschiffer und Modellbauer Hubert Janitschke hat dem Museum 130 Exponate vermacht; zu sehen sind u.a. ein Teil der Originalkette und das Modell eines Neckar-Kettenschleppschiffes. Die Wände zieren Gemälde aus ehemaligen DDR-Beständen. Und als besonderes Highlight wird auf drei Monitoren die Videoinstallation "fliozan" des Mainzer Professors Harald Schleicher gezeigt: eine Kamerafahrt auf deutschen Haupt- und Nebenflüssen. Dreieinhalb Stunden dauert die Reise von der Donauquelle bis zur Elbmündung, Kinosessel stehen bereit – aber für alle, die nicht so viel Zeit haben, hängt über der Installation ein weiterer Monitor, auf dem die Namen des gerade zu sehenden Flusses und der beiden zuletzt passierten sowie kommenden Flüsse angezeigt werden.

Museum der deutschen Binnenschifffahrt, dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr, Apostelstraße 84, Ruhrort.

(Niederrhein Verlag GmbH)