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LANUV misst Schiffsabgase

LANUV misst Schiffsabgase
Die neue Messstelle am Rheindeich in Laar. FOTO: LANUV
Laar. Seit wenigen Tagen liefern zwei neue Messstellen am Rhein kontinuierliche Daten zur Luftqualität am Rhein, eine davon in Laar. Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) will damit den Einfluss der Emissionen aus Binnenschiffen auf die Luftqualität am Rhein genauer beurteilen. Von der Redaktion

Erstmals soll mit den beiden Messcontainern eine belastbare Datengrundlage für Schadstoffbelastungen aus der Binnenschifffahrt erstellt werden. Eine Station steht in Neuss auf dem Gelände eines Containerterminals. In Duisburg wird auf dem Rheindeich in Laar gemessen. Die Geräte erfassen die Konzentrationen von Stickstoffoxiden und Feinstaub in der Umgebungsluft im Minutentakt. Auch klimatische Daten werden erhoben.

Die Messungen sind Teil des EU-Projekts CLINSH – Clean Inland Shipping, bei dem die Wirkung von emissionsmindernden Maßnahmen an Binnenschiffen, deren Kosten und die Alltagstauglichkeit dieser Maßnahmen ermittelt werden sollen. Dafür werden über zwei Jahre an Bord ausgewählter Schiffe verschiedene Techniken zur Begrenzung der Schadstoffemissionen praktisch getestet. Die 30 teilnehmenden Schiffe wurden in einer europäischen Ausschreibung ausgewählt. Es sind Schiffe, die vom Eigner mit emissionsreduzierender Technologie oder für den Betreib mit einem alternativen Kraftstoff ausgerüstet werden oder bereits ausgerüstet sind.

Um Schiffe mit neuer und saubererer Abgastechnik und ältere ohne unterscheiden zu können, sind die neuen Messstationen am Rhein mit einem automatischen System zur Schiffserkennung ausgerüstet. Damit können sie erfassen, welches Schiff die Messstelle zu welchem Zeitpunkt passiert. Zur Bewertung werden am Ende alle Daten zusammengeführt.

Zu den Schiffen, die bereits emissionsarm betrieben werden, gehört das LANUV-Laborschiff "Max Prüss", das in NRW im Dienste der Gewässerüberwachung an mehr als 200 Tagen pro Jahr auf Rhein, Ruhr, Weser und dem westdeutschen Kanalnetz unterwegs ist. Die "Max Prüss" wurde vor zwei Jahren mit einer modernen Abgasreinigungsanlage nachgerüstet. Das so genannte SCRT-System zur Abgasnachbehandlung wurde im Herbst 2015 in den Maschinenraum des 33 Meter langen Schiffes eingebaut. Das System reduziert gleichzeitig Feinstaub und Stickstoffoxide im Abgas.

Binnenschiffe gelten als umweltverträgliche Alternative zum Güterverkehr auf der Straße. Doch bei der Betrachtung der Schadstoffe, die am Rhein durch die Binnenschifffahrt in die Luft ausgestoßen werden, ist der Fluss durchaus mit einer stark befahrenen Autobahn vergleichbar. Bei gleicher Motorleistung entsprechen die aktuellen Abgasanforderungen für neue Schiffsmotoren bei weitem nicht den Standards moderner Lkw, vor allem da Binnenschiffe häufig 30 Jahre und länger in Betrieb sind. Durch die Nachrüstung von Schiffsmotoren mit Abgasminderungstechnik können Emissionen deutlich gesenkt werden. Dass so etwas technisch machbar ist und zu messbaren Ergebnissen führt, haben erste Untersuchungen an der "Max Prüss" bereits gezeigt. Mehr zum praktischen Nutzen und zum Einfluss auf die Luftqualität versprechen die Ergebnisse, die mit den neu eingerichteten Messstellen am Rhein nun eine belastbare Datengrundlage erhalten.

(Niederrhein Verlag GmbH)