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Frische will gelernt sein

Frische will gelernt sein
Samantha und Jemain bereiteten für die fünfte Staffel zum Ernährungsführerschein alles vor. FOTO: Christian Voigt/Lebenswert
Neumühl. „Mama hat bestimmt schon Essen fertig!“ Was für Kinder früherer Generation nach dem Schulbesuch üblich war, ist heute oft eher die Ausnahme. Von Volker Wieczorek

Denn Mama ist arbeiten und auch die Kinder sind meist auf Schulen, die Ganztagsunterricht haben. So ist es häufig erst 16.30 Uhr bis die Familie wieder zusammen kommt. Wenn die Kinder dann auch noch zum Sport- oder beispielsweise Schwimmunterricht gehen, verschiebt sich die Zeit, bis die Familie in Gänze zusammen kommt, nochmals um ein oder zwei Stunden.

Da bleibt das gemeinsame Essen dann häufig auf der Strecke oder findet im benachbarten Döner-Imbiss statt. „Kinder kennen bei uns oft gar nicht den Prozess des gemeinsamen Essens oder gar des gemeinsamen Kochens“, beschreibt Christian Voigt vom Projekt Lebenswert die Situation.

So gäbe es Kinder, die bei der Essensauswahl häufig Pizze, Nudeln oder eben auch Döner nennen würden, wobei der Schokoriegel ebenso wie süße Getränke eigentlich immer dabei seien. Zudem gibt es Kinder, die ohne Frühstück zur Schule kämen. Die Kinder hätten einfach nicht oder nur unvollständig gelernt, wie man sich ernähren könne. Vom Aspekt „gesunde Ernährung“ ganz zu schweigen.

Diesen Tendenzen stellt sich seit einiger Zeit die Kinderlernküche entgegen, die auf Initiative des Projekts Lebenswert eingerichtet wurde. Hier wird unter anderem ein fünfteiliger Kurs angeboten, der unter dem Titel „Ernährungsführerschein“ Kindern einfache Rezepte näher bringt, die dazu noch möglichst gesund sind.

So wird zum Beispiel im ersten Teil Obst und Gemüse mit Brot sowie selbst angerührtem Frischkäse kombiniert. Dabei dürfen die Kinder im Grundschulalter auch nicht überfordert werden, erläutert der Koch Gerret Kranz vom nebenan liegenden „Café Offener Treff“, der die Kinderlernküche unterstützt. Die Kinder müssen dies alles selbst in überschaubarer Zeit erledigen können, damit sie dies später auch allein bewerkstelligen können. So stehen in den weiteren Kursblöcken von zwei bis zweieinhalb Stunden Obstsalat, Gemüsepommes mit Dipp, Nudeln mit Tomatensoße und Mozarella oder auch Backkartoffeln auf dem Programm.

Am letzten Kurstag steht dann auch eine kleine Prüfung an, die über einem kindgerechten Fragebogen abfragt, was man denn alles aus dem Kurs mitgenommen hat. Ein Angebot, das bei den Kindern und auch Eltern auf reges Interesse stößt, erläutert der pädagogische Leiter der Kinderlernküche, Christian Voigt: „Wir könnten jeden Tag zwei Kurse machen, soviel Nachfrage ist da. Aber dafür fehlen sowohl ehrenamtliche Helfer als auch die entsprechende finanzielle Ausstattung.“ So geht es erstmal mit einem Kurs pro Woche weiter. Der startet wieder am Dienstag nach den Herbstferien. Für den Kurs wird ein Beitrag von 15 Euro/7,50 Euro ermäßigt erhoben. Anmeldungen sind ab sofort per Mail an c.voigt@projekt-lebenswert.de möglich. Mittwochs bietet Christian Voigt weiterhin ab 16 Uhr den Offenen Koch-Point für Kinder und Teens an. Einfach vorbeikommen und mitmachen, Kostenbeitrag ist ein Euro. Für Kinder, die den Ernährungsführerschein erfolgreich erhalten haben, findet nach den Herbstferien donnerstags ab 16 Uhr ein weiterführendes Kochgruppenangebot mit Christian Voigt und abwechselnd mit den Köchen des Projekt- Cafés/-Restaurants Gerrit Kranz und Yamen Kaddour statt. Damit noch mehr Kinder und Jugendliche im Duisburger Norden dieses Angebot nutzen können, würde sich Christian Voigt über weitere Ehrenamtliche und Spenden freuen.

Wer helfen will kann Spenden: Projekt LebensWert, Kennwort: Kinderküche oder Kinderlernküche, Bank im Bistum Essen, BIC: GENODED1BBE, IBAN: DE34 3606 0295 0010 7660 36. Wer aktiv als Ehrenamtler dabei sein möchte, ruft unter 0203 – 50 340 64 an oder schreibt an obige E-Mail-Adresse.

(Niederrhein Verlag GmbH)