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"Erst die Schule, dann der Fußball!"

"Erst die Schule, dann der Fußball!"
Lehrer, Trainer, Teilnehmer waren zum Antritt der Patenschaft durch Ahmet Engin (4.vl) in die Sporthalle gekommen. Mit dabei war auch MSV-Geschäftsführer Peter Mohnhaupt (r), der den Jugendlichen unter anderem Freikarten für ein MSV-Heimspiel versprach. FOTO: vowie
Duisburg. Seit gut drei Jahren gibt es das Projekt "Fußball trifft Kultur" an der Herbert-Grillo-Gesamtschule in Marxloh. Seit Dienstag vergangener Woche ist mit dem MSV-Profi Ahmet Engin auch ein neuer Pate gefunden, der den Jungs Tipps und Tricks vermittelt. Von Volker Wieczorek

Hauptansprechpartner bleibt aber Alexander Döhm, der seit Projektstart zweimal in der Woche das 45-minütige Training in Marxloh leitet. Alexander Döhm, der beim MSV ansonsten im Nachwuchs-Leistungs-Zentrum und seit Sommer 2017 als Video-Analyst für die Zebras tätig ist, hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Begeisterung für den Fußball dazu zu nutzen, dass die jungen Menschen Respekt voreinander, einen sportlichen Umgang und ein gutes Sozialverhalten an den Tag legen. Dabei hilft ihm Förderlehrerin Azize Iczi, der die zweiten 45-Minuten gehören. Dann gibt es Hausaufgabenbetreuung und Sprachförderung, denn die Teilnehmer sind allesamt Schüler der fünften bis siebten Klassen an der Marxloher Schule. Dabei ist das Projekt in Duisburg kein Einzelfall, denn derzeit gibt es das Projekt "Fußball trifft Kultur" bundesweit in 14 Städten mit 23 Projektgruppen. Initiiert wurde es 2007 durch die gemeinnützige Gesellschaft "Litcam" und seit 2012 ist auch die Stiftung der Deutschen Fußball Liga dabei.

Konkret werden jeder Gruppe Bundesligaspieler als Paten zugeordnet: Für Marxloh ist das jetzt der in Neukirchen-Vluyn aufgewachsene Ahmet Engin, der seit sieben Spielen im MSV-Startteam vertreten ist. Entsprechend wurde er auch von den Projektteilnehmern gelöchert. "Seit wann bist du beim MSV?" (Seit 2011), "Was war deine beste Flanke? (Gegen Dynamo Dresden), "Was war dein schönstes Tor?" (gegen Darmstadt) und "Wie wirst du bewertet?" (Derzeit ein Marktwert von 400.000 Euro). Wichtiger war dem Fußballprofi jedoch die Frage "Wie wird man Profi?", denn dazu konnte er manche Sache sagen, die den Jugendlichen verdeutlichten, dass Lernen wichtig ist. "Fußball ist ein Beruf" war dabei wohl die entscheidenste Aussage, denn allein die fast täglichen Trainingseinheiten beim Verein reichten nicht aus. "Besonders als Neueinsteiger muss man mit Selbstdisziplin ständig an sich arbeiten. Da bleibt nicht mehr viel Zeit für die Freizeit!" Zudem gibt es ständig ein Verletzungsrisiko, was dann, wenn es einen träfe, dazu führen könnte, dass man nicht mehr Fußballspielen könne. Zumindest nicht als Profi. So hat er alles dran gesetzt, sein Abitur zu machen, was praktisch immer neben dem Training passieren musste. Denn "man muss auch Glück haben!" Denn nur er und ein Teamkollege aus der U-19-Mannschaft habe den Sprung in den Profibereich geschafft, und fügt an: "Inzwischen bin nur noch ich dabei!"

So hatte er für die Jugendlichen aus dem Projekt eine klare Botschaft: "Die Ausbildung ist sehr wichtig! Fußball ist nicht alles, erst kommt die Schule und dann der Fußball!"

 

(Niederrhein Verlag GmbH)