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Das kommt auf die Mercatorinsel

Das kommt auf die Mercatorinsel
Es geht um den Bereich ober- und unterhalb bzw. rechts und links des Hafenknicks, wo der Hafenmund abbiegt und zum Vinckekanal wird. Die obere Grenze, die Park- von Gewerbefläche trennt, ist als schräg verlaufende Aufschüttungskante erkennbar. FOTO: © Daten der Gutachterausschüsse für Grundstückswerte NRW 2016, dl-de/by-2–0
Ruhrort. Wie erwartet, hat der Rat der Stadt Duisburg in der vergangenen Woche sowohl den Weg für das Design Outlet Center wie für eine Gewerbeansiedlung auf der Mercatorinsel freigemacht. Stadt-Panorama erfuhr Details der Duisport-Pläne. Von Thomas Warnecke

Wozu, um mal gleich die Quelle preiszugeben, ein Anruf bei Michael Büttgenbach genügte. Der Vorsitzende des Ruhrorter CDU-Ortsverbandes hatte sich frühzeitig für eine Gewerbeansiedlung auf der Mercatorinsel ausgesprochen. Und er hat von Duisport Informationen zur geplanten Ansiedlung bekommen.

"Das musste jetzt schnell gehen", sagt Büttgenbach zum Ratsbeschluss, die Pläne von 2008 aufzuheben und damit den Weg für eine erneute Gewerbeansiedlung auf der Mercatorinsel freizumachen, denn auch Düsseldorf hätte die Ansiedlung gerne gehabt. "Aber die wollten einen Seehafen", so Büttgenbach, und ein solcher sind die Duisburg-Ruhrorter Häfen ja. Das Logistikunternehmen DB Schenker wird für die Daimler AG hier ein Logistikzentrum mit zwei Hallen errichten. Nach Audi und VW ist dann auch Mercedes im Hafen vertreten.

Gebaut werden soll in zwei Abschnitten. Im ersten Abschnitt wird eine Halle von 25.000 Quadratmetern Fläche und zwölf Metern Höhe gebaut. Sie soll noch im November dieses Jahres fertig sein. Frühestens 2019 wird dann Bauabschnitt 2 erstellt, eine Fertigungshalle von 24.000 Quadratmetern und ebenfalls zwölf Metern Höhe. Zwischen den beiden Hallen bleibt eine freie Fläche von 20.000 Quadratmetern.

Es werden Teile per Lkw angeliefert und hier montiert, von wo sie dann nach Übersee verschifft werden – über vorhandene Krane im Hafen, die alten Speditionsinsel-Wahrzeichen kommen also nicht wieder. Bis zu 500 Arbeitsplätze sollen hier insgesamt neu geschaffen werden, entnimmt Büttgenbach den Plänen. "Die Fertigungshallen werden eine Temperatur von 18 Grad plus haben; wären es reine Lagerhallen, hätten sie eine Temperatur von sechs Grad."

Der erste Bauabschnitt befindet sich östlich des Hafenknicks, also der Stelle, wo der Hafenmund abbiegt und zum Vinckekanal wird. Ungefähr auf Höhe des Hafenknicks will Duisport laut Büttgenbach auch die Fußgängerbrücke bauen, über die man von der Krausstraße/Dammstraße auf die Mercatorinsel kommt. Sie soll die gleiche lichte Höhe erhalten wie die Brücke des OB-Karl-Lehr-Brückenzuges über den Vinckekanal (die laut Büttgenbach Paul-Mismahl-Brücke heißt). Die Erneuerung der Hafenkanal- und der Ruhrbrücke des OB-Lehr-Zuges sind überigens der Grund, warum es noch ein bisschen dauern wird, bis die Neugestaltung der Mercatorinsel abgeschlossen ist: Weil Flächen gebraucht werden, um Vormontagen für die Brückenneubauten vornehmen zu können.

Doch auch die Park-Pläne sind Bestandteil dessen, was Duisport auf der Mercatorinsel vorhat. Auf der Spitze, dem nicht aufgeschütteten Teil, der nicht bebaut werden darf, soll eine Parkanlage mit Grünflächen von 35.000 Quadratmetern gestaltet werden. Zur Seite nach Ruhrort hin wird eine Promenade von etwa zwölf Metern Breite angelegt, die bis zum Hafenknick führt, also bis dahin, wo die Fußgängerbrücke ankommen soll. Ebenfalls kurz vorm Hafenknick, dort, wo jetzt schon jede Menge Flusskreuzer überwintern, soll auch der zweite Steiger für Flusskreuzfahrtschiffe hinkommen. Nur ob die Treppe von der Friedrich-Ebert-Brücke dann endlich dauerhaft freigegeben wird, hängt nicht von Duisport ab, sondern von der Stadt Duisburg. Entgegenstehen dürfte dem dann aber nichts mehr.

Die CDU Ruhrort bietet eine Informationsveranstaltung zum Thema Mercatorinsel an: am morgigen Donnerstag, 9. Februar, um 18 Uhr in der Gaststätte Taverne, Fabrikstraße 27 in Ruhrort. Infos vorab: Telefon (0203) 392071-11.

(Niederrhein Verlag GmbH)