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Lärmbelästigung wie im Industriegebiet
„Wir Anwohner sind nicht länger bereit, diese Situation zu ertragen“

Lärmbelästigung wie im Industriegebiet: „Wir Anwohner sind nicht länger bereit, diese Situation zu ertragen“
Lkw mit laufenden Motoren und laufender Kühlung zu jeder Tages- ... FOTO: privat
Ruhrort. Anwohner der Dammstraße und der Rheinallee in Ruhrort haben einen Hilferuf an Oberbürgermeister Sören Link gesandt. Die Lärmbelästigung durch die Lkws eines Catering-Unternehmens sei nicht mehr zu ertragen. Von Thomas Warnecke

Kühltransporter, oftmals vier oder fünf gleichzeitig, stehen mit laufendem Motor, auch in zweiter Reihe, blockieren die Durchfahrt – so schildern die Anwohner die Situation rund um die Dammstraße 11a, wo das Catering-Unternehmen "Primus Malteser GmbH" seinen Sitz hat (zuzüglich Küchenräumen im benachbarten Gebäude Dammstraße 13).

"Das Unternehmen [...] nimmt sich heraus, zu jeder Tages- und Nachtzeit zu be- und zu entladen, die Lebensmittel im LKW und somit bei laufendem Motor vielfach bis zu zehn Stunden ohne Unterbrechung und steigendem Lärmpegel zu kühlen. In den vergangenen heißen Sommerwochen war für uns das Lüften unmöglich! Telefonate und Gespräche in den Wohnungen – selbst bei geschlossenen Fenstern – waren kaum möglich", heißt es weiter in dem Schreiben, das der Stadt-Panorama-Redaktion vorliegt.

Und nicht nur zu jeder Tages- und Nachtzeit, auch am Wochenende, an Sonn- und Feiertagen sei das Unternehmen aktiv. "Da hätte ich auch gleich für ein Drittel der Miete an irgendeine Verkehrskreuzung ziehen können", sagt eine Anwohnerin gegenüber Stadt-Panorama. Besonders betroffen seien diejenigen, die wegen ihres Alters oder Krankheit den ganzen Tag an ihre Wohnung gebunden seien.

Bei den Catering-Aktivitäten der Primus Malteser GmbH handele es sich nicht mehr um normale Geschäftsaktivität, sondern um eine Geschäftsabwicklung rund um die Uhr, "die in diesem Rahmen in der Dammstraße nichts zu suchen hat. Wie alle Unternehmen, die nachts, am Wochenende und 24/7 mit Lärmbelästigung arbeiten, gehört so ein Unternehmen in ein entsprechendes Industriegebiet", so der Hilferuf.

Versuche, sich mit der Primus Malteser GmbH zu arrangieren, seien erfolglos geblieben; auch mehrere Anrufe beim Ordnungsamt konnten keine Abhilfe schaffen; und "somit stehen die Kühl LKW weiterhin mit laufenden Kühlaggregaten und laufenden LKW-Motoren vor unseren Fenstern. Und das inmitten einer Umweltzone, in Zeiten, in denen täglich über die schädlichen Wirkungen von Feinstaub und Stickoxiden zu lesen ist!" Bei Primus Malteser wollte man sich gegenüber Stadt-Panorama vorerst nicht zu den Vorwürfen äußern.

Jetzt soll der Oberbürgermeister helfen und dafür sorgen, dass das Cateringunternehmen seine Aktivitäten künftig aus einem Industriegebiet heraus abwickelt: "Wir Anwohner sind nicht länger bereit, diese Situation zu ertragen."

Update 10. September:
Mittlerweile hat das Cateringunternehmen reagiert - mehr dazu hier:
http://www.stadt-panorama.de/ausgaben/du-nord/produktion-fuer-grosseinsaetze-wird-verlagert-aid-1.7648941

(Niederrhein Verlag GmbH)