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„Ihr habt 24 Stunden Rock’n’Roll“

„Ihr habt 24 Stunden Rock’n’Roll“
Initiator Peter Bursch, Mitorganisator Daniel Jung mit Simon Gatzka und Max Krüger von Aëdon stecken mittlerweile schon mitten in der Euro-Rock-Probenarbeit. FOTO: tw
Meiderich. Vor 25 Jahren entstand die Idee, Jugendliche aus ganz Europa zum Musikmachen zusammenzubringen. Mittlerweile ist "Euro Rock" weit über Duisburg hinaus bekannt. Jedes Konzert ist ein kleines Festival, denn aus diesmal vier Bands werden dann acht. Von Thomas Warnecke

"Für bestimmte Altersgruppen und bestimmte soziale Schichten ist es nicht so leicht, Europa kennenzulernen", beschreibt Peter Bursch eine Motivation, die hinter Euro Rock steht. Mit den Partnerstädten haben sich da mittlerweile zum Teil sehr gute Kooperationen ergeben; oft kennen Bursch und Mitorganisator Daniel Jung vom Kulturbüro die Leute "an den richtigen Stellen" in Portsmouth, Calais oder Vilnius, die dann die passenden Kapellen nach Duisburg schicken. Für die Anreise sorgt die Herkunftsstadt, ab hier übernimmt dann Euro Rock, Stadt Duisburg und Sponsorengelder machen's möglich. Leider klappt's noch nicht bzw. nicht immer mit allen Partnerstädten, mit Vilnius gab's finanzielle Probleme, bei Perm hat wohl auch Politik eine Rolle gespielt, und alle bisherigen Versuche von Peter Bursch, Bands aus Gaziantep zu bekommen, hätten im Fiasko geendet. Dass Duisburg keine Partnerstadt in den Niederlanden hat, findet Bursch ziemlich schade, hat sich mit Euro Rock aber längst darüber hinweggesetzt. Gestern Abend zum Beispiel gab's ein Gastkonzert in Arcen.

Seit vergangenem Freitag bereits sind Aëdon aus Duisburg, Violet Mud aus Portsmouth, Foxlane aus Nimwegen und Pilot the Whales aus Calais in Duisburg, tagsüber im Parkhaus, nachts "in einer gehobenen Jugendherberge" am Schwelgernstadion, aber natürlich wird's immer spät. Bursch: "Ihr habt 24 Stunden Rock'n'Roll!"

Wobei die Auflösung der Bands Programm ist, nicht durch Suff oder Drogen, sondern: Nach einem Tag wird bei Euro Rock gemischt, das heißt, der Gitarrist aus Calais spielt mit dem Bassisten aus Portsmouth und dem Sänger aus Duisburg und dem Drummer aus Nimwegen. Und nicht nur – in diesem Jahr vier – neue Bands entstehen, sondern auch neue Songs. Jeder wirft eine Idee in den Hut, drei Songs pro neuer Band entstehen so im Schnitt in der Euro-Rock-Woche. Fürs Feintuning bekommen alle je nach Instrument noch Unterricht von namhaften, teils international erfahrenen Profimusikern.

"Diese Altersgruppe hat eine Power", findet Peter Bursch und gibt zu, nach der Woche erstmal urlaubsreif zu sein. Zu bereuen gibt's aber nichts: Die Bands halten oft noch über Jahre Kontakt, den Teilnehmern wie den Zuschauern bleiben geile Auftritte in Erinnerung. Deshalb wird's am 23. September eine große Feier "25 Jahre Euro Rock" geben, mit vielen Ehemaligen, einem Dokumentarfilm und einer Fotoausstellung.

Aber jetzt gibt's erstmal Euro Rock 2017, zwei Auftritte stehen an, im Parkhaus selbstverständlich und – auch schon Tradition – "beim Hübi in Ruhrort, das sind immer wunderbare Abende, da freuen wir uns sehr drauf", so Daniel Jung. Wir uns auch.

(Niederrhein Verlag GmbH)