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41. Duisburger Filmwoche
Wunderschöne Notbehelfe

41. Duisburger Filmwoche: Wunderschöne Notbehelfe
Für "Blue Velvet Revisited" hat Peter Braatz das Making-Of-Material, das er vor 30 Jahren mit Super-8-Kamera, Kassettenrekorder und Fotoapparat aufgenommen hat, noch einmal neu sortiert – ein Wiedersehen mit David Lynch auf dem Weg zum Klassiker, heute (Mittwoch) Abend um 22.30 Uhr bei der Filmwoche. FOTO: Peter Braatz
Duisburg. Mit der deutschen Erstaufführung des Eröffnungsfilms "Die anderen Plätze" von Marco Kugel und Simon Quack begann am Montagabend das Festival des deutschsprachigen Dokumentarfilms. Von Thomas Warnecke

Der Film über vereinslose Profifußballer, die sich in der Sportschule Wedau fithalten, stieß auf einen großen Andrang. An der anschließenden ersten Diskussionsrunde des Festivals beteiligten sich neben Festivalleiter Werner Ruzicka und den Filmemachern auf dem Podium auch mehrere Protagonisten des Films im Publikum.

Oberbürgermeister Sören Link wies in seiner Eröffnungsrede darauf hin, "wie sehr mit Bildern Politik gemacht wird" – "Mittel der Wahl" ist das Motto der diesjährigen Filmwoche. Ruth Schiffer als Vertreterin des NRW-Ministeriums für Kultur und Wissenschaft bezeichnete es als "Steilvorlage zur Befragung der Filme". Werner Ruzicka erklärte, die Filme dieser Filmwoche nutzten ihre künstlerischen Mittel, "um Veränderungen in Gesellschaften zu beschreiben, Differenzierungen und Spaltungen aufzuzeigen, aber auch, um Hoffnung und ausgelassenen Lebensmut zu zeigen."

Zum Beispiel "What the Wind Took Away" von Helin Celik und Martin Klingenböck, der am Samstag um 15.30 Uhr das Wettbewerbsprogramm abschließt. Er zeigt jesidische Familien in einem Flüchtlingslager. Eigentlich ein Ort des Übergangs, sorgen die Frauen für so ein "Dennoch-Gefühl": "Wir machen das jetzt." Und legen Beete an, pflanzen und bauen Notbehelfe. Dass sie zwar aussehen, wie Bretterverschläge eben aussehen, dass solche Notbehelfe aber eben erstmal etwas sehr schönes sind, das kann auf der Filmwoche sehend erfahren werden.

Am Sonntag um 15 Uhr werden im Filmforum noch einmal ausgewählte Preisträgerfilme gezeigt.

(Niederrhein Verlag GmbH)