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Aus für die Schulsozialarbeit?
Wenn Hilfe für 13.500 Schüler wegbricht

Aus für die Schulsozialarbeit?: Wenn Hilfe für 13.500 Schüler wegbricht
„Ich mag mir gar nicht vorstellen, was los ist, wenn Ihr nicht mehr da seid.“ Schulleiter Peter Steuwer aus Walsum vor den demonstrierenden Schulsozialarbeitern. FOTO: tw
Noch 465 Tage waren es vergangenen Donnerstag – am 31.12.2017 läuft die Finanzierung der Schulsozialarbeit durch Land und Bund aus. Wird wieder ein von Bund und Land angeschobenes Projekt zur Sache der Kommunen? "Schulsozialarbeit muss bleiben. Dauerhaft!" fordern jedenfalls die betroffenen Sozialarbeiter, Eltern und Lehrer. Von Thomas Warnecke

45 Sozialarbeiter sind in Duisburg an Grund- und Förderschulen beschäftigt, unterstützen dort 13.500 Kinder und Jugendliche. Beim Aktionstag in der Innenstadt sagte Schulleiter Peter Steuwer aus Walsum: "Ich mag mir gar nicht vorstellen, was los ist, wenn Ihr nicht mehr da seid."

Vorerst ist in Duisburg die Finanzierung bis Mitte 2018 gesichert, erklärte Bildungsdezernent Thomas Krützberg. Er nahm beim Aktionstag in der Duisburger Innenstadt eine Unterschriftenliste für den Erhalt der Schulsozialarbeit entgegen. "Lasst uns Schulsozialarbeit zur kommunalen Pflichtleistung machen", erklärte Krützberg – und forderte "eins zu eins" die Finanzierung von Land und Bund.

"Bund und Land werfen für zwei bis drei Jahre Millionen in den Ring und ziehen sich dann zurück. Das kann nicht sein", erklärte Frank Gottsmann vom Aktionsbündnis Schulsozialarbeit aus Wuppertal. Schulsozialarbeit sei kein Projekt, sondern dauerhafte Aufgabe. "Sie erreichen diese Kinder sofort", erklärte Krützberg in Richtung der Demonstrierenden.

Allgemein wird befürchtet, dass mit der Schulsozialarbeit ein wertvoller Teil des Schulsystems wegbrechen wird und Schüler, Eltern sowie Lehrer verlässliche Partner an ihren Schulen verlieren werden. Nicht nur für die 13.500 Grund- und Förderschüler in Duisburg, auch für Lehrer und Eltern böten Schulsozialarbeiter in Konfliktfällen und bei Beratungsbedarf professionelle Hilfe. Insbesondere in Zeiten der Inklusion sei Schulsozialarbeit unverzichtbar. So erklärte Christiane Horstkamp, stellvertretende Vorsitzende der Elternschaft Duisburger Schulen: "Schulsozialarbeit schafft bessere Voraussetzungen für Chancengleichheit. Wenn Inklusion und Integration gewollt sind, ist Schulsozialarbeit unabdingbar." Melek Tümsek, Schulsozialarbeiterin des Deutschen Roten Kreuzes in Bruckhausen, fasste mit Blick auf das Duisburger Stadttheater im Hintergrund zusammen: "Man muss sich nur vorstellen, wenn da eine der Säulen weggenommen würde."

(Niederrhein Verlag GmbH)