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Wenn dich die Vergangenheit einholt

Wenn dich die Vergangenheit einholt
Wenn dich die Vergangenheit einholt: Engin Sahin bei den Dreharbeiten. FOTO: Sahin/Eckfilm
Duisburg. Am 15. Oktober gibt es eine Galapremiere im Filmforum. Engin Sahin hat den Film „Meine Vergangenheit“ geschrieben, Regie geführt und die Hauptrolle gespielt. Er will Jugendlichen „die Augen öffnen“. Von Thomas Warnecke

Als wir uns im „Café Movies“ treffen, sind die Dreharbeiten noch in vollem Gange. „Wir klappern die ganze Stadt ab“, gedreht wird am Innenhafen, im Schwelgernpark. Engin Sahin hat sich extra die Haare geschnitten, weil er in einer Rückblende 15 Jahre jünger aussehen muss.

Engin spielt Tarek, der vor 15 Jahren in Frankfurt als Drogenkurier gearbeitet, mittlerweile aber den Absprung geschafft und sich mit Frau und Kind eine neue Existenz in Duisburg aufgebaut hat. Doch sein früherer Boss findet Tarek und verlangt von ihm, noch einen Job zu erledigen. Als Tarek ablehnt, wird seine Tochter entführt. Jetzt hat er keine Wahl mehr, doch der „letzte Job“ entpuppt sich als tödliche Falle ...

Es ist ein klassischer Gangsterfilmplot: der Aussteiger, der von seiner kriminellen Vergangenheit eingeholt wird. „Vielen ist einfach nicht klar, dass sich die Fehler, die sie heute begehen, in der Zukunft rächen können“, sagt Engin. Die Geschichte beruht zum Teil auf wahren Begebenheiten – glücklicherweise nicht aus Engins eigenem Leben. „Mein Vater hat mir immer gesagt: Wenn Du Freunde suchst, sieh zu, dass sie schlauer sind als du“, lacht Engin, aber: Das war ein gutes Rezept, um nicht mit dem Gesetz in Konflikt zu kommen. Denn die Fehler, die einen einholen, sind immer wieder die gleichen: 15- oder 16-Jährige, die schnell an Geld kommen wollen, machen den Drogenkurier oder einen Einbruch. Welche grausamen Konsequenzen das haben kann, das will Engin mit „Meine Vergangenheit“ zeigen. Er hofft, ihn auf möglichst vielen Festivals und auch in Schulen zeigen zu können.

Denn ganz abgesehen vom pädagogischen Anspruch wollte Engin Sahin einen starken, professionellen Film machen. Seit über 14 Jahren ist er als Schauspieler aktiv, oft in der Türkei, „da laufen 100 Serien am Tag“, aber auch in Deutschland. Nur ist hier das Rollenspektrum enger. Als Sohn von Gastarbeitern aus der Türkei 1978 geboren und aufgewachsen in Rheinhausen, hat Engin erstmal Schlosser gelernt bei den Mannesmannröhren-Werken, nebenbei aber in diversen Gruppen Theater gespielt. Nach einem Camera-Acting-Workshop in Istanbul verlegte er sich ganz auf die Schauspielerei. Nach vielen Nebenrollen in Film, Fernsehen und im Theater „will ich mich jetzt an größere Sachen wagen.“ Unterstützt wird er dabei vom Zweimannteam der Produktionsfirma Eckfilm und von befreundeten Schauspielern, allesamt Profis, die um der Sache willen mitmachen. „Mit dem Film wird keiner reich“, sagt Engin, der noch während der Dreharbeiten damit beschäftigt ist, für die Produktions- und Cateringkosten Sponsoren zu finden.

Das hat geklappt, mittlerweile ist der Film im Kasten, nächste Woche soll der Trailer online gehen. 20 Minuten mit Action, aber vor allem mit viel Dramatik sind’s geworden. Am Sonntag, 15. Oktober, gibt’s um 12 Uhr die Galapremiere mit Darstellern und Sponsoren im Filmforum am Dellplatz. Wer dabei sein will: Auf der Facebook-Seite von „Meine Vergangenheit“ können per Privatnachricht Karten reserviert werden; Restkarten gibt es dann am 15. Oktober im Filmforum.

(Niederrhein Verlag GmbH)