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"Let's Dance"-Jurymitglied Joachim Llambi im Talk
Unser Mann fürs Parkett

"Let's Dance"-Jurymitglied Joachim Llambi im Talk: Unser Mann fürs Parkett
Gruppenbild vorm verbalen Tänzchen: Gastgeber Antonio Pelle, Zauberkünstler Thomas Berner, Joachim Llambi und Manni Breuckmann. Foto. tw
Huckingen. Joachim Llambi ist ein Freund klarer Worte. Ob's um seinen geliebten MSV geht oder um seine Urteile als "Bad Guy" in der Jury von "Let's Dance": der Neudorfer mit katalonischen Wurzeln mag's scharf. Von Thomas Warnecke

Als ehemaliger professioneller Turniertänzer hat er die Haltung, als Wertungsrichter versteht er, genau hinzusehen, als ehemaliger Börsenmakler bewahrt er auch auf glattem Parkett stets kühlen Kopf. Und ein wenig ist er wohl auch Prophet, der in seiner Heimatstadt nichts gilt – jedenfalls waren deutlich weniger Gäste als sonst beim 37. Duisburger Landhaustreff im Hotel Milser, wo Joachim Llambi vergangene Woche der Promi-Talk-Gast war. Dabei hätte sich die lokale Business-Gemeinde hier durchaus etwas kosmopolitische Arroganz abschauen können; und unterhaltsam, fast schon zu routiniert war der Talk auch.

"Ich wusste ja: Joachim Llambi schießt scharf", sagte Manni Breuckmann. Da hatte er gerade den ersten Treffer kassiert. Nachdem er von Llambi erfahren hatte, dass dieser neben seiner Muttersprache nicht nur Spanisch, sondern auch seine Vatersprache Katalanisch spricht, konterte Llambi: "Und was kannst Du außer Gelsenkirchener Barock?"

Übers Tanzen kam der gelernte Bankkaufmann Llambi auch zur Börse, da wird ein gutverrenteter Ex-WDR-Mitarbeiter natürlich hellhörig: "Was sollte man jetzt machen bei den Niedrigzinsen?" Llambi: "Ich bin ja immer schon ein Fan von Aktien. Und jetzt sind Sachwerte natürlich alternativlos." Breuckmann: "Aber Nerven muss man haben!" Llambi: "Bist Du hier der Sprecher der Kleinsparer oder wie?" Breuckmann wiegelt ab und gibt zu, dass er sich auch immer über Dividenden freut, darauf Llambi: "Wäre dann nicht mal ein neuer Anzug drin?"

Es sprach für Breuckmann an diesem Abend, dass er Llambi weitgehend die Pointen überließ – abgesehen von seinen ewigen S-04-Scherzen, wenn er beispielsweise Schalke und Bayern in einem Atemzug nennt. Oder eben bei Llambi eine masochistische Ader ob seiner Liebe zum MSV attestiert (es war noch vorm Aufstieg). Im Unterschied zum Fußballromantiker Breuckmann hätte Llambi nichts gegen den Einstieg eines Großinvestors à la Mateschitz: "Geld hat ja vorher schon viel kaputt gemacht."

Dass Llambi mit seinen Urteilen bei "Let's Dance" auch ziemlich unromantisch vorgeht, gefällt Breuckmann dagegen: "Du bist ja nicht Bohlen. Und hast es außerdem mit Promis zu tun, die wissen, worauf sie sich einlassen." Und Llambi findet, dass unsere Gesellschaft daran krankt, dass keiner mehr "ehrliche Worte" findet; stattdessen höre er immer nur: "Wie kann man nur so gemein sein?" In der aktuellen Staffel sieht Llambi Vanessa Mai, Gil Ofarim und Angelina Kirsch vorne, "unser Curvy-Model". Breuckmann: "Wat is' die?" Llambi: "Könntest Du auch machen ..." Breuckmann versteht: "Also das ist so'ne Dicke ..." Dann versichert sich der "Anti-Tanzschüler" Breuckmann ("wir fanden das damals wahnsinnig spießig") für seinen nächsten Ball noch beim Tanzlehrer Llambi ("alles, was mir widerfahren ist und was ich geworden bin, kam vom Tanzen her"), dass man heutzutage keinen männlichen Begleiter mehr fragen muss, wenn man mit dessen Dame tanzen möchte. Und nachdem es schon vorm Talk würzig losging mit gratiniertem Walbecker Spargel in gekochtem Parmaschinken, gibt's jetzt drei Kunststücke: den Wildlachs auf Tubetti und Gemüse-Ratatouille, zum Dessert Mascarpone-Vanille-Creme mit frischen Erdbeeren und dazwischen Zauberkünstler Thomas Berner, der die Gäste schon im Foyer mit Hütchenspielertricks und magischen Seilen bespaßt hatte.

Beim nächsten Landhaustreff im Herbst soll's (nur) um Fußball gehen. Breuckmann: "Vielleicht mit Thomas Tuchel, der kann dann ja wieder."

(Niederrhein Verlag GmbH)