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Report aus dem Duisburger Straßenverkehrsamt
Sechs Stunden warten

Report aus dem Duisburger Straßenverkehrsamt: Sechs Stunden warten
Bereits um 5 Uhr morgens stehen die Bürgerinnen und Bürger beim Straßenverkehrsamt in Duisburg an. FOTO: TV
Duisburg. Stadt-Panorama Redakteur Thorsten Vermathen berichtet von seinem heutigen Besuch beim Straßenverkehrsamt Duisburg.  Von Thorsten Vermathen

Tatort "Straßenverkehrsamt Duisburg": Der Winter naht und so musste ich am heutigen Mittwoch meine "Winterkrücke" zulassen. In Kenntnis der langen Wartezeiten und gewarnt durch die Ereignisse in den vergangenen Wochen, machte ich mich besonders früh mit allen Unterlagen auf in Richtung Ludwig-Krohne-Straße nach Duissern. Um fünf Uhr in der Früh, unausgeschlafen, bog ich auf den stockdunklen Parkplatz ein. Vor dem Eingang des Straßenverkehrsamtes warteten bereits rund 30 weitere Bürger/innen, so reihte ich mich ein. Der übliche Small-Talk und das Empören über "Vordrängler" verkürzten die Wartezeit, bis dann um 7.30 Uhr eine Mitarbeiterin des Amtes in Begleitung von Sicherheitsdienstlern eine Ansage machte: "50 Zulassungen können heute abgearbeitet werden und 70 anderweitige Vorgänge." Ich hatte Glück und gehörte zu den Abgezählten, viele andere warteten vergebens in der Schlange, die sich mittlerweile bis hoch zur Straße erstreckte. Endlich in den "heiligen Hallen" angekommen, bekam ich eine Wartemarke und das Warten setzte sich fort, bis meine Nummer "Z026" dann gegen 11 Uhr auf dem Bildschirm angezeigt wurde. Eine Viertelstunde später hatte ich schließlich die Zulassung meines Autos erledigt und die Kennzeichen-Schilder unter dem Arm. Sechs Stunden warten, für einen Verwaltungsakt von wenigen Minuten - unfassbar. Anschließend schleppte ich mich durch den Rest des Arbeitstages... und verfasste diese Zeilen.

Seit Wochen spielen sich derartige Szenarien tagtäglich am Straßenverkehrsamt in Duisburg ab, obwohl die Stadtverwaltung angeblich schon mit zusätzlichem Personal unterstützt, um den hohen Krankenstand zu kompensieren und die Aufträge zeitnah abzuarbeiten. Man arbeite weiterhin daran die Situation zu verbessern, heißt es. Klar ist aber auch, erst im kommenden Jahr sollen neue Mitarbeiter eingestellt werden. Bis dahin heißt es wohl: "nur der ganz frühe Vogel bekommt die Zulassung".