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Malteser stoßen an ihre Grenzen

Malteser stoßen an ihre Grenzen
Die kleinen Patienten machen fast die Hälfte der Behandlungen aus. FOTO: MMM
Duisburg. Die Malteser Medizin für Menschen ohne Krankenversicherung (MMM) in Duisburg ist binnen eines Jahres zur bundesweit viertgrößten Einrichtung ihrer Art gewachsen.

Jeden Donnerstag steht in der Duisburger Innenstadt an der Münzstraße 15–17 ein ehrenamtliches Team bestehend aus Ärzten, Krankenschwestern und Dolmetschern bereit, um den Menschen ohne Krankenversicherung oder ohne gültigen Aufenthaltsstatus medizinisch zu versorgen. Für den Fortbestand dieser Einrichtung werden dringend ehrenamtliche Ärzte, medizinische Fach- und Pflegekräfte sowie Dolmetscher gesucht.

Die ehrenamtlichen Ärzte der Einrichtung der Malteser Migranten Medizin (MMM) in Duisburg haben seit ihrer Eröffnung am 19. Januar 2017 bereits 1420 Behandlungen durchgeführt und 657 Patienten medizinisch betreut. Mit dieser Anzahl an Patientenkontakten ist die MMM Duisburg binnen des ersten Jahres zur bundesweit viertgrößten MMM Einrichtung gewachsen.

"Die Patienten kommen aus unterschiedlichen Ländern – aber der Anteil der deutschen Nichtversicherten steigt", so Benjamin Schreiber, Projektleiter der MMM in Duisburg. "Deutschland ist auf dem dritten Platz der Herkunftsländer unserer Patienten", bestätigt Schreiber. Allein in Duisburg wird die Anzahl der Nichtversicherten auf über 10.000 Menschen geschätzt.

Auch für den deutschen Kleinunternehmer Peter S. war die MMM in Duisburg die letzte Anlaufstelle. Der 60 -Jährige kam mit einem diabetischen Fuß und nekrotischem Gewebe als Folge einer unbehandelten Diabetes II in die Sprechstunde. Als Selbstständiger war er freiwillig versichert und konnte wegen der schlechten Auftragslage seine Beiträge nicht mehr zahlen. Es folgte die Kündigung und ein Leben ohne Krankenversicherung. Es war knapp und doch noch rechtzeitig, die Ärzte konnten ihm helfen und der Fuß konnte erhalten bleiben.

Jeden Donnerstag von 10 bis 15 Uhr kommen durchschnittlich 40 Patienten zur Sprechstunde. Gestartet wurde die Einrichtung mit den medizinischen Fachrichtungen Kinderheilkunde und Allgemeinmedizin. Wegen der großen Not fehlender gynäkologischer Versorgung wurde im August ein spezielles Behandlungszimmer eingerichtet, so dass die MMM seit dem letzten September eine Sprechstunde für Frauenheilkunde und Schwangerenvorsorge anbieten kann. "Vor allem die kleinen Patienten machen die Hälfte der Behandlungen aus. Im letzten Jahr konnten wir 694 Säuglinge und Kinder behandeln, teils nur mit Erkältungen, aber auch lebensbedrohlichen Zuständen", so Schreiber.

Die hohe Anzahl an Patientenkontakten, die Überweisung und Weiterbehandlung durch Facharztpraxen stellt die Malteser finanziell vor große Herausforderungen. Da die Einrichtung keinerlei finanzielle Unterstützung durch Krankenkassen oder Kommune erhält, ist sie auf jede finanzielle Unterstützung angewiesen. Spendenkonto: DE54370601201201206010 Stichwort: MMM

(Niederrhein Verlag GmbH)