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Blaue Container von Duisburg nach Peking
Guanxi – Beziehungen sind alles

Blaue Container von Duisburg nach Peking: Guanxi – Beziehungen sind alles
Mit Kalligraphie und Kampfkunst wurde letzten Freitag in Duisburg das chinesische Frühlingsfest gefeiert. Das Jahr des Hundes hält noch einige deutsch-chinesische Aktivitäten bereit. FOTO: tw
Duisburg/Düsseldorf. Duisburg ist auf einem guten Weg, für China die wichtigste Stadt in Deutschland zu werden. Da spielt auch Kultur(sponsoring) eine immer größere Rolle. Ende März startet ein Kunst-Container-Zug vom Duisburger Hafen nach Peking. Im Juni gibt es im Rheinpark eine große Seidenstraßenpräsentation. Von Thomas Warnecke

100 Millionen Chinesen verfolgten daheim an den Fernsehern, wie der chinesische Präsident Xi Jinping 2014 im Duisburger Hafen den einfahrenden Yuxinou empfing. Auch Jian Guo verfolgte das Ereignis – in Düsseldorf. Und dachte: "Ach, immer nur Wirtschaft ..." Da kam ihm der Gedanke: an den Zug hängen wir uns dran.

Guo kommt aus Xi'an, der alten chinesischen Hauptstadt, einst Ausgangsort der historischen Seidenstraße. Der Tuschemaler ging zum Designstudium nach Düsseldorf, gründete dort 2004 den Verein für deutsch-chinesischen Kulturaustausch Kunst und Design DCKD. Bis heute bringt der Verein chinesische Studenten in den Semesterferien nach Deutschland, zurzeit sind es 13, untergebracht in einem Anbau im Park von Schloss Elbroich. Von hier aus plant Jian Guo jetzt den ganz großen Brückenschlag: ein Containerzug voller Kunst. Am 29. März soll er sich in Duisburg auf die Reise machen, über Usbekistan, Kasachstan bis Peking. Mit dabei: drei Künstler von der Kunstakademie Düsseldorf sowie Künstler und Designer aus den Anrainerstaaten der "neuen Seidenstraße". An mehreren Stationen sollen sich die Künstler mit den blauen Containern präsentieren, aber auch Anregungen aufnehmen und neue Werke entwickeln.

"Nur wenn Menschen unterschiedlichster Kultur sich kennenlernen und zusammenfinden, kann man auch gute Geschäfte machen", ist Guos Credo. Ohne Geschäfte freilich ist ein solches Projekt nicht zu machen. Da kommt dem DCKD zugute, dass China die neue Seidenstraße nach Kräften unterstützt. Staatliche Förderung gibt's zwar nicht, aber einen potenten Hauptsponsor, den Elektrotechnikkonzern Suda. Er wird seine Elektroautos in Duisburg zeigen – bei der zweiwöchigen Blue-Container-Schau ab dem 2. Juni im Rheinpark Hochfeld mit Pavillons aller Partnerländer.

"Guanxi", Beziehungen, sind eigentlich alles in China. Damit lassen sich auch Kunstwerke über 11.000 Kilometer verschicken. Und am Ende rollen dann vielleicht auch Rubel – bzw. regelmäßig Elektroautos in Duisburg ein.

(Niederrhein Verlag GmbH)