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Die City will kein Outlet Center

Die City will kein Outlet Center
Bei der Durchführung der Planungen auf dem ehemaligen Güterbahnhofsgelände rechnen zumindest die Grünen noch mit erheblichen Schwierigkeiten. „Der Oberbürgermeister nimmt in Kauf, dass diese citynahe Fläche für weitere Jahre brach liegen bleibt“, so Claudia Leiße. FOTO: vowie
Duisburg. In einer Sondersitzung soll der Rat den Weg freimachen fürs "Design Outlet Center" (DOC) auf dem ehemaligen Güterbahnhofsgelände. Doch die Kritik, vor allem aus dem Einzelhandel, hört nicht auf. Befürchtet wird vor allem, dass die Innenstadt nicht nur nicht vom DOC profitiert, sondern Besucher verliert. Von Thomas Warnecke

"Nachdem die Planungen für den Bau eines FOCs in Hamborn im letzten Sommer von der Politik gestoppt wurden, haben wir alle in der Innenstadt aufgeatmet und gehofft bzw. erwartet, dass man sich nun wieder auf die erfolgreiche Weiterentwicklung der Innenstadt konzentrieren wird", sagt Jochen Braun, Vorstandsvorsitzender des Vereins City-Management, einem Zusammenschluss von Gewerbetreibenden der Duisburger Innenstadt mit rund 80 Mitgliedern. Braun: "Dass man jetzt über den Bau eines DOCs diskutiert, hat uns überrascht."

Die Beschlussvorlage, die heute (1. Februar) dem Rat vorgelegt wird, sieht auf der Fläche der "Duisburger Freiheit" südlich des Hauptbahnhofs ein Design Outlet Center mit rund 30.000 Quadratmetern Verkaufsfläche vor. Darauf sollen etwa 140 bis 175 "Stores" im "Village Stil"entstehen, das heißt, Ladenlokale sind um zusammenhängende kleinere Plätze und nachempfundene Gassen gruppiert. Für Autofahrer sind rund 3.000 Stellplätze vorgesehen. 60 bis 70 Prozent des Sortiments sollen mit Bekleidung, 10 bis 20 Prozent mit Lederwaren und Schuhen, der Rest mit Heimtextilien, Glas, Porzellan, Keramik, Spielwaren, Schmuck, Haushalts- und Drogeriewaren belegt werden.

Schon lange wettern Niederrheinische IHK und der Handelsverband Niederrhein gegen die Outlet-Pläne. In einer gemeinsamen Erklärung, unterzeichnet von den Hauptgeschäftsführern Stefan Dietzfelbinger (IHK) und Wilhelm Bommann (Handelsverband) sowie weiteren Vorstandsvorsitzenden und Geschäftsführern (u.a. Forum, Galeria Kaufhof), heißt es, die Duisburger Innenstadt könnte durch das DOC "erheblichen Schaden erleiden." Das Warenangebot des DOC würde sich nicht sonderlich von dem der Innenstadt unterscheiden; bei 1,5 Kilometern bis zur Königstraße und 2,5 Kilometern zur Altstadt würde wohl kaum ein DOC-Besucher auch noch die City aufsuchen. Die Planung des Outlet Centers auf dem ehemaligen Güterbahnhofsgelände stehe "im Widerspruch zu sämtlichen Zielen der bisherigen Stadtentwicklungspolitik". Auch würden potenzielle Investoren für Innen- und Altstadt abgeschreckt.

Stattdessen sollte zum Foster-Plan zurückgekehrt und auf der "Duisburger Freiheit" Wohn- und Büroraum geschaffen werden. Für beides bestehe erheblicher Bedarf, denn: "Düsseldorf platzt aus allen Nähten."

Es wird allgemein erwartet, dass die rot-schwarze Ratsmehrheit das Vorhaben durchwinkt und, wie von Oberbürgermeister Sören Link gewünscht, Planungssicherheit für Kurt Kriegers DOC-Pläne schafft. "Der Oberbürgermeister und die Ratsmehrheit von SPD und CDU befördern sehenden Auges ein Projekt, das der gesamten Stadt schaden wird!", empört sich Claudia Leiße, Fraktionssprecherin der Grünen. "Damit geht Duisburg vor die Hunde!"

(Niederrhein Verlag GmbH)