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Lehmbruck-Museum 2018
„Schwarz ist Gold“

Lehmbruck-Museum 2018: „Schwarz ist Gold“
David Hammons’ Installation „Chasing the Blue Train“ wird im Rahmen von „Kunst und Kohle“ im Lehmbruck-Museum ausgestellt. FOTO: Dirk Pauwels, (c) Künstler
Duisburg. Das Lehmbruck-Museum hat sein Programm fürs Jahr 2018 bekanntgegeben. 2017 wurde mit 35.028 Besuchern ein neuer Rekord aufgestellt. Von Thomas Warnecke

Ob auch bei der Zahl der Veranstaltungen ein neuer Rekord aufgestellt wurde, ist nicht bekannt, Museumssprecher Andreas Benedikt ist aber aufgefallen, dass jedenfalls die Halbjahresprogrammheftchen immer dicker werden. Die Kunstvermittlung mit ihren Workshops, Führungen und offenen Samstagen arbeitet wie ein Kraftwerk.

Und wird auch 2018 wieder ein großes Sommerfest auf die Beine stellen, am 26. August. Das wird zugleich der Auftakt fürs diesjährige Ausstellungsprojekt der Kunstvermittlung, das sich mit Architektur, Statik und Dynamik des Museumsgebäudes befasst.

Zum Kohlekraftwerk wird das Lehmbruck-Museum im Mai. Mit "Reichtum: Schwarz ist Gold" beteiligt sich das Haus an der Ausstellungsreihe "Kunst und Kohle", mit der die Ruhrkunstmuseen das Jahr des endgültigen Kohleausstiegs, nun ja, feiern. Der "etwas provokante Titel" der Ausstellung erinnere auch daran, dass sich die überwiegend in den 1960er Jahren entstandenen Kunstmuseen im Ruhrgebiet dem Reichtum durch Kohle verdanken, so Lehmbruck-Direktorin Söke Dinkla. entsprechend versammle "Schwarz ist gold" Kunst von den 60ern bis heute, raumgreifende Installationen und Skulpturen, die sich abseits von sozialgeschichtlicher Betrachtung den Oberflächen- und taktilen Eigenschaften des Rohstoffs Kohle. widmen.

Vorher bereits bekommt der Duisburger Künstler Gerhard Losemann zum 80. Geburtstag eine Schau, die auch die jüngsten Werke des Künstlers zeigt, digital entwickelte Bilder als C-Prints.

Mit Xu Bing kehrt im Juni der Schöpfer des "Zigarettentigers" aus der China-8-Schau zurück ins Lehmbruck-Museum. In der Glashalle zeigt er einen Film aus Aufnahmen von Überwachungskameras – über 100 Millionen sollen derzeit in China installiert sein.

Jochen Gerz bekommt im September keine Retrospektive. Der Schöpfer von "2–3 Straßen" will nicht ins Museum, weshalb es stattdessen eine Textinstallation an der "Schnittstelle" (Dinkla), den Scheiben der Glashalle, geben wird.

Auch Duisburger Künstler bekommen zum Ende des Jahres wieder eine Ausstellung, eine Sammlungspräsentation widmet sich den Meisterwerken expressionistischer Malerei. Aktuell ist noch die äußerst erfolgreiche Rebecca-Horn-Retrospektive zu sehen; erste Ausstellungsneueröffnung wird am 22. März "Wilhelm Lehmbruck und Sally Falk. Ein Künstler und sein Mäzen" sein. sie gibt einen Einblick in Lehmbrucks Schaffensjahre während des ersten Weltkriegs, als er den Mannheimer Textilfabrikanten und Kunstliebhaber Salomon, genannt Sally, Falk (1888–1962) kennenlernte.

(Niederrhein Verlag GmbH)