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„Lehrermangel in Duisburg ist dramatisch“

Duisburg. GEW und Duisburger Elternschaft schlagen Alarm und gehen mit Ministerpräsidentin Hannelore Kraft und der rot-grünen Landesregierung hart ins Gericht: Duisburg droht vollkommen den Anschluss zu verlieren, wenn es nicht bald mehr Lehrer und neue Schulräume gibt. Von Thomas Warnecke

Norbert Müller, Vorsitzender der Duisburger Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW), fordert konkret: "Je eine neue Grundschule im Norden und im Süden." Nämlich in Marxloh-Bruckhausen und südlich der Ruhr in Wanheimerort-Hochfeld.

Ebenso dringend nötig wie mehr Räume sind nach Ansicht von GEW und Elternschaft Duisburger Schulen mehr Lehrer. "Von 85 an Duisburger Grundschulen ausgeschriebenen Stellen sind nur 18 besetzt", sagt Rüdiger Wüllner, Personalratsvorsitzender Grundschule; der Lehrermangel sei dramatisch. "Da regt mich die Ministerpräsidentin auf", sagt Wüllner zum Auftritt Hannelore Krafts, bei dem sie ihrem Herausforderer die Zahl von 7.300 Stellenzuweisungen vorhält. "Sie könnte auch nur für Duisburg 7.000 Stellen zuweisen, die würden trotzdem nicht besetzt." Junge Lehrer machen einen großen Bogen um Duisburg. Es müsse deshalb endlich Schluss sein mit schulscharfen Verfahren (Schulen schreiben selbst aus und stellen Bewerber ein), stattdessen müsse das Land wieder regulieren und nach Bedarf "steuernd zuweisen".

Nicht zuletzt die Raumnot mache Duisburg für Lehrer unattraktiv. Mehrere Schulen haben mittlerweile verschiedene Standorte, die Lehrer müssen also fahren und haben so kaum zu bewältigende Stundenpläne. Und während bessergestellte Kommunen wie Mettmann die Landesmillionen aus "Gute Schule 2020" für Laptops oder Smartboards ausgeben können, müsse Duisburg erstmal Klos sanieren.

"Wir fühlen uns vernachlässigt von der Landesregierung, von der Landesmutter", so Norbert Müller. Versuche, mit Kraft ins Gespräch zu kommen, seien abgeblockt worden, so die Duisburger GEW.

(Niederrhein Verlag GmbH)