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Jeanette-Wolff-Skulptur
Kunst im öffentlichen Raum

Jeanette-Wolff-Skulptur: Kunst im öffentlichen Raum
Den Kopf gen Himmel. Die hoffnungsvollen Menschen von Lu Feng sollen in einem beleuchteten Kasten unter Glas in die Wegplatten eingelassen werden. FOTO: Perdighe
Dinslaken. In der vergangenen Woche hatten die Dinslakenerinnen und Dinslakener die Möglichkeit, Teil der Jury für die Entscheidung der Jeanette- Wolff-Skulptur zu sein. Stellvertretend für Stadt-Panorama hat sich Jana Perdighe die eingereichten Entwürfe angeschaut und natürlich selbst abgestimmt. Von Jana Perdighe

 

Im Zuge der Umgestaltung der Dinslakener Innenstadt und nach der Schließung der Realschule, wurde dem Raum an der Saarstraße Ecke Am Rutenwall der Name Jeanette-Wolff-Platz gegeben. Im städtischen Kultur- und Partnerschaftsausschuss wurde dann entschlossen, dass ein profanes Straßenschild nicht die Bedeutung der Person Jeanette Wolff für die Stadt widerspiegeln würde. Aus dem Kulturetat der Stadt wurden 30.000 Euro für eine Gedenkskulptur genommen und eine Ausschreibung gestartet.

Aus den 56 Entwurfseinsendungen entschied sich die achtköpfige Jury aus Bürgermeister Heidinger, erste Beigeordnete Christ Jahnke-Hostmann, Ronny Schneider und Thomas Groß, einem Vertreter des Kunstmuseum Solingen, Georg Elben vom Skulpturenmuseum Marl, Gabrielle Scholz aus dem Kulturkreis Dinslaken und Künstlerin Ulrike Int Veen für 10 Entwürfe, die in der letzten Woche im Obergeschoss der Neutor Galerie gezeigt wurden.
Die neunte Jurystimme setzt sich aus den Abstimmungen der kleinen Ausstellung zusammen. Die Entwürfe für Installationen und Skulpturen von namenswerten Künstlern wie Martin Schöneich, Alfred Grimm und Lu Feng zeigen ihre Interpretation zum Gedenken an die jüdische Politikerin. Letztgenannter stellt sich eine ca. ein Meter tiefe Absenkung im Boden vor. Von unten schauen 140 unterschiedliche Personen gen Himmel. Abgedeckt wird die Installation mit einer Glasplatte, die natürlich begangen werden kann. Ein Lichtschlauch umrundet das Denkmal namens Hoffnung. Mit dieser Installation, so der Künstler, soll auf die in den Konzentrationslagern gefangen Menschen erinnert werden, die in ihrer Not nie die Hoffnung auf ein Überleben aufgegeben haben. Ein Mahnmal, den Frieden und die Freiheit zu schätzen.

In der silbernen Säule von Steffi Schöne sieht der Betrachter das Porträt von Jeanette Wolff. Die Spiegelung kommt von einem verzerrten Bild, das mit Teer unmittelbar vor der Säule auf den Boden gemalt wird. Beeindruckend ist auch der Entwurf von Lukas Glukowski: Eine 3,5x4,5 Meter große Fliesenmauer auf der das bewegte Leben der Frau Wolff niedergeschrieben steht.