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Dinslakener Projekt „Kunst sta(d)tt Leerraum“ geht ab Donnerstag in die zweite Runde
„Kunst hat unglaublich viele Gesichter“

Dinslakener Projekt „Kunst sta(d)tt Leerraum“ geht ab Donnerstag in die zweite Runde: „Kunst hat unglaublich viele Gesichter“
Mit übereinander geklebten und beschnittenen Lagen Paketklebeband, die von hinten beleuchtet werden, schafft der Künstler Max Zorn im wahrsten Sinne des Wortes vielschichtige Bilder. FOTO: Stadt Dinslaken
DINSLAKEN. Man nehme: sieben leerstehende Ladenlokale, 40 hochkarätige Künstler aus ganz Deutschland und das richtige Know-How, um die Innenstadt auch in diesem Jahr wieder zur einer temporären urbanen Galerie werden zu lassen. "Kunst sta(d)tt Leerraum" wird ab Donnerstagabend die City bunter und wilder machen. Von Nadine Scholtheis


Die Wirtschaftsförderung der Stadt geht das Thema Ladenleerstände in der Innenstadt offensiv an. Wirtschaftsfördernd? Nicht nur das! Auch Image verbessernd ist "KSL 2015". "Nach dem großen Erfolg vom letzten Jahr und dem positiven Feedback vieler Besucher, war für uns klar, dass es eine zweite Auflage geben wird", so Wirtschaftsförderin Svenja Krämer. "Trotzdem haben wir versucht, das Konzept noch zu optimieren und professionalisieren, neue Themen zu setzen und jüngere Formate zu schaffen." Mitorganisator Ben Perdighe vom Labor 22 fügt freudig hinzu: "Alles hat im Vorfeld super geklappt. Das ist schon unser Traumkünstlerfeld, das wir anbieten. Besonders freuen wir uns, dass der international bekannte Tape Art Künstler Max Zorn dabei sein wird." Max Zorn kreiert mit handelsüblichem, braunen Paketklebeband und einem Skalpell detailreiche Bilder, die in ihrer Wirkungsmacht verblüffen. "Kunst hat unglaublich viele Gesichter. Die möchten wir den Besuchern zugängig machen", erklärt Perdighe weiter. Das Labor 22 und die Stadt arbeiten Hand in Hand. Während sich die Stadt um das Finanzielle und die Organisation der Ladenlocations kümmert, sorgt sich Ben Perdighe um die Künstlerakquise.

Im Aktionszeitraum bis zum 20. Juni werden die Kreativen in den Räumen arbeiten und ausstellen. Am Montag richteten sich die ersten Künstler ein, bezogen Quartier und begannen ihre Arbeit. Ab sofort schon sind Besuche und Gespräche ausdrücklich erwünscht.
Die "Künstlermeile" erstreckt sich von der Neustraße bis zum Altmarkt bzw. zur Rittergasse. Um jede Location zu besuchen und sich ein bisschen Zeit zu nehmen, dauert der Bummel rund zwei bis drei Stunden. "Es gibt viel zu sehen!", macht Ben Perdighe neugierig. "Wir haben großen Wert auf die Auswahl der Künstler gelegt." Richtig los geht's dann ab dem morgigen Donnerstag, 18. Juni, ab 18 Uhr. Die Gäste erwartet dann im Ladenlokal an der Rittergasse 3-5, eine besondere Kino-Vorführung. Der Kurzfilm-Preis der "kleine Hercules" wird verliehen. Der Publikumspreis für den besten an diesem Abend vorgeführten Kurzfilm. 19 Streifen unterschiedlichster Themen wurden insgesamt eingereicht. Um dem Abend eine lockere, gemütliche Kino-Atmosphäre zu verleihen, ist das Mitbringen von Speisen, Getränken und Sitzgelegenheiten ausdrücklich erwünscht. Der Eintritt ist frei.
Am Freitag, 19. Juni, findet um 17.30 Uhr die Vernissage mit feierlicher Eröffnung, ebenfalls an der Rittergasse 3-5, statt. Bis 21 Uhr gibt's viel zu sehen! Am Samstag, 20. Juni, sind die Ladenlokale von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Ab 20 Uhr startet die Abschlussparty mit Finissage im Ulcus (Duisburger Straße 35), um 21 Uhr legt die Kölner Band "Raute" los und macht gute tanzbare Instrumentalmusik. Auch hierzu ist der Eintritt frei. Auf facebook.com/KunstStattLeerraum ist die ganze Woche über das Programm abrufbar.
Zur besseren Orientierung hier der Lageplan, damit Sie wissen, wer wo seine Kunst präsentiert:

Ritterstraße 3-5: Wittek, Urban Arts, Ingo Bongardts, Max Hornäk, Arkham Angst, Ruhrtriennale Infopunkt; Eppinghovener Straße 8: Jonas Kary, Katrin Anna Schmid und Sebastian Perdighe, Mr. und Mrs. Balloon; Friedrich-Ebert-Straße 56 (links): Thomas Zigahn/Tanz auf Ruinen, Pieces of the City, Max Zorn; Friedrich-Ebert-Straße 54: Birte und Steve McNeely, Taktrausch, Sascha Hesse, Christof Bruß; Friedrich-Ebert-Straße 56 (rechts): Marten Dalimot, Nick Knite; Neustraße 19-21: Ulrike Int-Veen, Doris Kook, Atelier Freiart, Magdalena Graf, Asad Armani; Saarstraße 12: Kai Dauvermann, Michael Belter, Mattes Schreyer, Daniel Tomczak; Neustraße 54: "Reisezentrale" der Urban Künste Ruhr. Viel Spaß!