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Die Leichtigkeit ist futsch

Die Leichtigkeit ist futsch
Auch Steffen Hahn trifft momentan nicht mehr ganz so selbstverständlich und zuverlässig wie noch in der ersten Saisonhälfte. FOTO: Volker Nagraszus
Dinslaken. Nach der 31:33-Heimniederlage gegen den TV Aldekerk 2 ist der MTV Rheinwacht Dinslaken kurz davor, an der Spitze der Handball-Oberliga abgelöst zu werden. Der schon sicher geglaubte Aufstieg scheint der Jakobs-Truppe aus den Fingern zu gleiten. Von Steffen Penzel

Handball ist ein komplexer Sport. Einen Großteil der Komplexität macht die psychologische Komponente aus. So können Spiele kippen, in denen ein Team schon haushoch geführt hat. Und wenn es in den Köpfen einer Truppe nicht stimmt, können auch Leistungen innerhalb einer Saison sich ins Gegenteil verkehren. Genau das passiert gerade beim MTV Rheinwacht Dinslaken. Von Mitte September bis Anfang Februar ist die Truppe von Trainer Harald Jakobs durch die Liga gepflügt. 13 Siege in 15 Spielen sprechen eine deutliche Sprache. Dann kam der Februar - und alles geriet irgendwie aus den Fugen. Nach der Heimpleite gegen Angermund setzte es weitere Niederlagen in Wuppertal und jetzt gegen Aldekerk.

Dem MTV ist die Leichtigkeit abhanden gekommen. Da hilft es auch nicht, dass einer der Schlüsselspieler wie Dennis Backhaus momentan verletzt zuschauen muss und nicht helfen kann. Dazu kommt, dass auch Max Reede gegen Aldekerk nur angeschlagen auflaufen konnte. In der Verfassung konnte Reede seinem Team nur ganz bedingt helfen. Der MTV ist aber gerade gegen eine schnelle, kompakte Deckung, wie sie der TVA auf die Platte gebracht hat, auf die einfachen Rückraumtore ihres langen Halblinken angewiesen. Fallen die nicht und bleiben dann weitere Akteure wie Steffen Hahn, Nils Kruse und Jonas Höffner hinter ihrer Bestform zurück, wird es schwierig für den MTV in dieser starken Liga zu punkten. Dazu kommt, dass auch das MTV-Torwart Duo momentan wenig Sicherheit ausstrahlt und kaum Hände an die Bälle bekommt. Gegen Aldekerk waren es somit eigentlich nur Phillip Tuda und Luca D'Auria, die Normalform erreichten und stark aufspielten. Warum das so ist, fragt sich auch Harald Jakobs gerade intensiv. "Ich weiß einfach nicht, wo diese Verunsicherung her kommt. Die Konstanz fehlt uns einfach", stand Jakobs nach der Niederlage achselzuckend am Spielfeldrand.

Ein mageres Pünktchen - so der aktuelle Vorsprung des MTV auf den ärgsten Verfolger aus Remscheid. Das Problem dabei: Die HG, die am 25. März in der Douvermannhalle zu Gast ist, hat ihre vergangenen vier Partien allesamt gewonnen und natürlich Lunte gerochen. Der MTV hat am Samstag, 17.30 Uhr, die Chance, beim heimstarken Mettmann-Sport wieder zurück in die Spur zu finden. Das Hinspiel ging mit 33:20 an den MTV - aber das waren irgendwie andere Zeiten...

(Niederrhein Verlag GmbH)